Thronfolger sucht mehr Privatsphäre: Prinz William wandert nach Amerika aus
zuletzt aktualisiert: 04.05.2003 - 15:41London (rpo). Auf mehr Privatsphäre als in Großbritannien hofft Prinz William. Nach seinem Studium will der älteste Sohn von Thronfolger Prinz Charles offenbar für ein paar Jahre nach Amerika ziehen.
So zitierte die Zeitung "Sunday Mirror" einen Angestellten des Buckingham-Palastes. William wolle zunächst noch bis Sommer 2005 in der schottischen Universität St. Andrews sein Studium der Kunstgeschichte und Geographie abschließen. Anschließend wolle er in den USA entweder ein Aufbaustudium absolvieren oder in einem Kunst-Auktionshaus oder einer Galerie arbeiten.
Der namentlich nicht genannte Angestellte des Buckingham-Palastes sagte, William würde leidenschaftlich gerne nach New York gehen. Amerika erscheine ihm als beste Möglichkeit, seine Anonymität zu wahren. Es werde über unterschiedliche Möglichkeiten gesprochen. Die Zeit des Auslandsaufenthaltes könnte "ein, vielleicht auch zwei Jahre" betragen, hieß es.
William, der am 21. Juni 21 Jahre alt wird, steht nach seinem Vater Charles an zweiter Stelle der Thronfolge des englischen Königshauses. Traditionell besuchen die Prinzen nach Beendigung ihrer Schul- oder Studienzeit die britischen Streitkräfte. Williams jüngerer Bruder Harry hat dies für sich bereits angekündigt.
Ein Sprecher von Prinz Charles widersprach dem Bericht über Williams geplanten Auslandsaufenthalt nicht, wies aber darauf hin, dass es noch zwei Jahre dauere, bis William die Universität verlassen werde. Alles, was er dann machen werde, sei "reine Spekulation".
Auch mit dem Liebesleben des beliebten Prinzen beschäftigten sich Englands Zeitungen am Sonntag. Demnach soll er eine neue Freundin haben: Seine 20-jährige Mitbewohnerin und Studienkollegin Kate Middleton. Middletons Vater dementierte die Gerüchte allerdings umgehend und erklärte, die beiden seien nur ganz normale Freunde.
Prinz William ist der älteste Sohn von Prinz Charles und der 1997 tödlich verunglückten Prinzessin Diana. Das Verhältnis des künftigen Thronfolgers zu den Medien gilt als äußerst gespannt, da er auch wegen der zerrütteten Ehe seiner 1996 geschiedenen Eltern immer im Mittelpunkt des Interesses der Boulevard-Presse stand und seine Privatsphäre oftmals verletzt wurde. Während seiner Schulzeit - William besuchte als erstes Königskind eine öffentlich zugängliche Schule - gab es eine Vereinbarung mit der Presse, wonach zu Beginn eines jeden Schuljahrs ein Fototermin mit dem Prinzen stattfand und sich die Journalisten ansonsten zu Zurückhaltung verpflichteten.
Als Elfjähriger soll William während eines Skiurlaubs im schweizerischen Klosters nur mit Gewalt von Bodyguards abgehalten worden sein, einen Fotografen tätlich anzugreifen, der seine Mutter belästigt hatte. Sein Verhältnis zur Presse dürfte sich auch durch den Umstand weiter verschlechtert haben, dass seine Mutter, die als meistfotografierte Frau der Welt galt, am 31. August 1997 bei einem Autounfall ums Leben kam, als sie auf der Flucht vor Paparazzi war. William, der seiner beliebten Mutter sehr ähnlich sieht, gilt als Sympathie- und Hoffnungsträger des von zahlreichen Skandalen im Privatleben seiner Mitglieder erschütterten Königshauses.
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