Ehemaliger Leiter angeklagt: Prozess um Misshandlungen und Betrug in Pflegeheim begonnen
zuletzt aktualisiert: 31.07.2002 - 11:46Frankenthal (rpo). Ein 49-jähriger ehemaligen Leiter eines Ludwigshafener Pflegeheims muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Frankenthal wegen Misshandlung von Patienten, Geldunterschlagung und Untreue verantworten.
Er soll vor zwei Jahren einen Patienten körperlich misshandelt haben. Ein anderer Bewohner musste laut Staatsanwaltschaft ohne Essen und Trinken in einem abgedunkelten Raum liegen. Einem Patienten, der bei einem Sturz aus dem Bett einen Oberschenkelhalsbruch erlitt, habe der Heimleiter Hilfe gänzlich verweigert, obwohl ihn das Pflegepersonal dazu drängte, einen Arzt zu verständigen.
Die Anklage wirft dem Ludwigshafener außerdem Untreue und Unterschlagung vor. Er soll von den Konten zweier Patientinnen unerlaubt Bargeldbeträge von insgesamt 100.000 Mark abgehoben und aus einer Geldkassette rund 18.000 Mark genommen haben. Außerdem hat der Heimleiter laut Staatsanwaltschaft Sozialversicherungsbeiträge seiner Arbeitnehmer in Höhe von 40.000 Mark nicht an die Sozialversicherung abgeführt. Wegen Betruges in vier Fällen muss sich der Angeklagte schließlich noch verantworten, weil er beim Abschluss von Mietverträgen mit Wohnungseigentümern falsche Angaben über seine finanziellen Verhältnisse gemacht haben soll. Die Appartements wollte er an Patienten seiner Pflegeeinrichtung untervermieten.
Der 49-Jährige bestritt in seiner Vernehmung vor Gericht die Vorwürfe. Er sagte, nach einem Unfall im Jahr 2000 habe er Erinnerungslücken.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







