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Krefeld
Raubmord: Krefelder Rentner ist erstickt

Krefeld. Vor der Tat soll der 79-Jährige von Kontakt zu fremden Frauen berichtet haben. Von Bärbel Kleinelsen

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben gestern die Polizei und die Staatsanwaltschaft Krefeld neue Details im Fall des ermordeten Rentners genannt. Der 79-Jährige war Mittwochabend von Polizeibeamten tot in seiner Wohnung in der Krefelder Innenstadt gefunden worden. Er lag auf dem Rücken, seine Hände und Füße waren mit Paketklebeband zusammengebunden. Das reißfeste Band war auch mehrfach um seinen Kopf gewickelt und bedeckte Mund und Nase. Der Mann sei erstickt, sagt der Leiter der Mordkommission, Gerhard Hoppmann. Bekannt ist bislang, dass der 79-Jährige zurückgezogen gelebt und nur wenig Geld zur Verfügung gehabt haben soll. Schon seit drei Monaten soll er ohne Strom gewohnt haben, da er die Rechnungen nicht habe bezahlen können. Sein Herz soll an antiken Gegenständen, die er sammelte und in seiner Wohnung ausstellte, gehangen haben. Sei es finanziell eng geworden, habe der Rentner einen Teil seiner Schätze ins Pfandleihhaus gebracht. "Zigtausend Euro", so Hoppmann, soll der Rentner durch rund 100 dieser Geschäfte in all den Jahren erwirtschaftet haben. Mit diesem Geld habe er die drängendsten Löcher gestopft. Interessant für die Ermittler sind die Besuche von zwei Frauen, von denen der Rentner Bekannten berichtet haben soll. 14 Tage vor seinem Tod soll der 79-Jährige damals erzählt haben, dass eine etwa 20-jährige blonde Frau an seiner Tür geklingelt habe. Wieso sie ausgerechnet bei ihm schellte und wie die Fremde ihn in ein Gespräch verwickelte, ist bisher unklar. Jedenfalls habe der Rentner die Frau in seine Wohnung gelassen, und sie habe sich begeistert von den Antiquitäten gezeigt.

Zwei Tage später soll der Rentner erzählt haben, dass die Frau erneut zu ihm gekommen sei, diesmal in Begleitung einer etwa 40-Jährigen, die seine Einrichtung ebenfalls in den höchsten Tönen lobte. Als die Frauen einen Teppich "zur Reinigung" haben mitnehmen wollen, soll er allerdings abgelehnt haben. Er habe es auch nicht gewollt, dass die beiden bei ihm putzten. Einen dritten Besuchstermin soll der Rentner umgangen haben, indem er vorher die Wohnung verließ. Bedenken seiner Bekannten und deren Empfehlung, die Polizei zu rufen, habe der 79-Jährige vom Tisch gewischt: "Mit denen werd' ich schon fertig", soll er gesagt haben.

Die Polizei warnte gestern vor zu sorglosem Verhalten. Im Raum Krefeld habe es bereits mehrere Fälle gegeben, in denen junge Frauen den Kontakt zu älteren Männern gesucht und sie später bestohlen hätten. Rätselhaft an dem Fall des 79-jährigen Rentners ist, dass keiner der bislang befragten Nachbarn die Frauen gesehen haben will. Es scheint, als hätten sie ausschließlich bei dem späteren Opfer geklingelt.

Quelle: RP
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