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Frühwarnsyteme nur in fünf bis sieben Prozent aller Haushalte: Rauchmelder könnten jährlich 200 Leben retten

zuletzt aktualisiert: 08.01.2002 - 14:51

Frankfurt/Main (rpo). Hausbrände haben in den letzten Woche insgesamt sieben Kindern das Leben gekostet und damit die Diskussion um eine allgemeine Rauchmelderpflicht neu entfacht. In der Nacht zum Dienstag starben drei Geschwister in Alsdorf, am vergangenen Wochenende verbrannten vier Kinder mit ihrer Mutter nahe Regensburg.Rund ein Drittel der jährlich 600 Todesopfer von Haus- und Wohnungsbränden könnte nach Überzeugung des Feuerwehrverbandes durch Rauchmelder gerettet werden.

Nach dem Tod mehrerer Kinder bei einem Brand eines Asylheims 1997 hatte sich die Kinderschutzorganisation "Childrens Health Support" des Themas Brandschutz angenommen, wie Sprecherin Carola Lenze berichtete. Im selben Jahr noch habe man eine Petition an die Bundesländer mit dem Ziel einer allgemeinen Rauchmeldepflicht eingereicht. Doch wegen der angeblich hohen Kontrollkosten einer solchen Verordnung sei die Petition abgewiesen worden. Im Jahr 2000 reichte die Organisation eine Petition an die Bundesregierung ein. Diese sei abgelehnt worden, weil es um Baurecht der Länder gehe. "Da fühlt sich scheinbar keiner zuständig", kritisiert Lenze.

Rauchmelder gibt es nach Angaben der Kinderschutzorganisation im Baumarkt; sie kosten zwischen rund 15 und 40 Euro pro Stück. "Wenn man das auf die Lebensdauer umrechnet, dann sind das 35 Cent pro Monat", sagt Lenz. In 90 Prozent der Brandfälle würden Rauchmelder Leben retten, hat die Organisation errechnet. 160 von 177 Kindern wären noch am Leben, wenn die Petition der Kinderschützer 1997 Erfolg gehabt hätten, hieß es.

Denn die meisten Brandopfer ersticken am Rauch. Gerade Kunststoffe in Möbeln oder Elektrogeräten setzen "innerhalb weniger Minuten" giftige Gase frei, die die Opfer sehr schnell bewusstlos machen, wie der Sprecher des Verbandes, Sönke Jonas, sagt. Der Rauch wecke die Menschen auch nicht auf, weshalb viele im Schlaf erstickten. "Da reicht schon der Brand eines Möbelstücks oder eines kleinen Elektrogerätes", sagt Jacobs.

Doch trotz der überzeugenden Argumente und unermüdlicher Aufklärungsarbeit - Schirmherrin der Kampagne "Rauchmelder für Alle" ist die Schauspielerin Marie-Luise Marjan - sind bislang nur fünf bis sieben Prozent der deutschen Privathaushalte mit dem Frühwarnsystem ausgestattet. In Ländern mit staatlichen Vorschriften liegt die Quote dagegen deutlich höher: In den USA sind 90 Prozent der privaten Haushalte mit Rauchmeldern bestückt, in Großbritannien 75 Prozent.

Rauchmelder sind etwa so groß wie eine Untertasse und werden in der Mitte des Raumes unter die Decke geschraubt. Innen haben sie eine kleine Lampe und eine Fotozelle. Im Normalzustand trifft das Licht der Lampe nicht auf die Fotozelle. Aber wenn Rauch in der Luft ist, werden die Lichtstrahlen gebrochen, die Fotozelle beleuchtet und der Alarm ausgelöst.

Die Geräte sollten das "GS"- und das "VdS"-Prüfzeichen tragen, rät der Feuerwehrverband. Damit sei die Zuverlässigkeit der Geräte sicher gestellt. Installiert werden sollten sie in jedem Fall an den Decken der Flure, um den Fluchtweg zu sichern. Auch an die Decke vor und in den Schlafzimmern sollte gedacht werden. Rauchmelder sollten batteriebetrieben sein, um auch bei Stromausfall zu funktionieren.

Quelle: RPO Archiv

 
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