Smogwolken über Sumatra lichten sich: Regen löscht Brände Indonesiens
zuletzt aktualisiert: 11.03.2000 - 21:42Jakarta (dpa). Regen und starke Winde haben in den brennenden Wäldern Indonesiens am Samstag für leichte Entspannung gesorgt. Dennoch konnte für die Bevölkerung noch keine Entwarnung gegeben werden, denn eine Gesundheitsgefahr besteht nach Behördenangaben weiterhin.
In der schwer betroffenen Provinz Riau an Sumatras Ostküste sagte Anwar Hasim vom meteorologischen Amt in der Landeshauptstadt Pekanbaru: "Die Luftqualität bleibt ungesund." Der Regen, der am Freitagabend eingesetzt hatte, verschaffte der unter den Smogwolken leidenden Bevölkerung zumindest eine gewisse Linderung. Die Sichtweite habe dank des Regens am Freitag zunächst auf 800 Meter und am Samstag weiter auf bis zu drei Kilometer zugenommen, sagte Anwar Hasim. Vorsorglich ließ das Gesundheitsamt in Pekanbaru 5 000 Atemschutzmasken an die Bevölkerung verteilen.
Der starke Südwind konnte bis zum Samstagmittag auch verhindern, dass Rauchwolken aus den Brandgebieten weiter auf Singapur und Malaysia zutrieben. Die Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN) befürchtet, dass Hunderte auf Sumatra und im indonesischen Teil der Insel Borneo ausgebrochene Feuer eine neue Umweltkatastrophe in Südostasien zünden könnten. In indonesischen Dschungeln tobende Feuerwalzen hatten insbesondere 1997 mit ihren Rauchpilzen die Atmosphäre auch in den Nachbarländern Malaysia, Singapur und Brunei für Monate verpestet und die Gesundheit von Millionen Menschen hochgradig gefährdet.
Das in Jakarta ansässige Generalsekretariat der ASEAN will mit diversen Notprogrammen eine Wiederholung dieses Desasters verhindern. Am 4. April wollen die ASEAN-Umweltminister im Ölsultanat Brunei auf Borneo die neue Notsituation besprechen. Nach Darstellung der staatlichen indonesischen Nachrichtenagentur Antara sind auf Sumatra und Borneo diese Woche mit Hilfe von Satellitenfotos etwa 1 200 Feuer geortet worden. Ein Teil der Brände auf Sumatra konnte durch den Regen erstickt werden. Für die Feuer auf Sumatra macht die Regierung in Jakarta gezielt vier Plantagenbetriebe verantwortlich. Sie sollen trotz Verbots bei der alljährlichen Klärung von Buschland und Wäldern für neue Planzungen die verbotene, aber Lohnkosten sparende Methode Brandrodung anwenden.
Den Plantagen sollen deswegen die Betriebslizenzen entzogen werden. Auch Äthiopien leidet unter verheerenden Waldbränden. Das deutsche Technische Hilfswerk (THW) schickt daher 500 Lösch-Rucksäcke in die Region. Wie der THW-Regionalrepräsentant im kenianischen Nairobi, Volker Hüls, am Samstag sagte, sollen die Löschvorrichtungen noch an diesem Wochenende in das ostafrikanische Land befördert werden. Die seit Wochen wütenden Brände haben in dem Land am Horn von Afrika bereits 70 000 Hektar Naturwald und Buschland vernichtet. Insgesamt gefährdet das Feuer rund eine halbe Million Hektar Baumbestand.
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