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Aachen/Stolberg
Rettungssanitäter machen Fotos von Opfern

Aachen/Stolberg. Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei bei der Stadt Stolberg angestellte Rettungssanitäter. Sie haben bei Einsätzen im Jahr 2015 bis zu fünf Fotos gemacht, auf denen auch verletzte Menschen abgebildet seien, wie Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel gestern erklärte.

Demnach hatte die Staatsanwaltschaft bereits im April ein Ermittlungsverfahren gegen die drei 28, 30 und 35 Jahre alten Rettungssanitäter wegen "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" eingeleitet. Aber erst vor kurzem fand eine Hausdurchsuchung bei den Männern statt. Wegen desselben Straftatbestandes waren bereits im Januar fünf Krankenpfleger des Aachener Klinikums zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt worden, doch der Stolberger Fall sei laut Ermittler mit dem damaligen Selfie-Skandal am Klinikum nur bedingt zu vergleichen. Denn bei den Fotos der Stolberger Rettungssanitäter handele es sich nicht um entwürdigende Aufnahmen, sondern um Fotos von Einsätzen, erklärte Muckel.

Stolbergs Bürgermeister Tim Grüttemeier (CDU) sagte, die drei Rettungssanitäter "haben uns erklärt, dass sie die Fotos für Schulungszwecke gemacht haben". Sie seien sich keiner Schuld bewusst gewesen, hätten aber erkannt, dass sie einen Fehler begangen haben. Von einer Kündigung sieht die Stadt ab.

(an)
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