Erste Frau: Rosa Parks soll im Kapitol aufgebahrt werden
zuletzt aktualisiert: 28.10.2005 - 09:28Washington (rpo). Gaht es nach mehreren US-Kongressabgeordneten, dann wird die am Montag verstorbene Bürgerechtlerin Rosa Parks vor ihrer Beisetzung in der Rotunde des Kapitols in Washington aufgebahrt werden. Die Pionierin der Bürgerrechtsbewegung wäre damit die erste Frau, der eine solche Ehrung zuteil würde. Der letzte Tote, der dort aufgebahrt wurde, war der frühere US-Präsident Ronald Reagan im vergangenen Jahr.
Auf diese Weise könnte der Bevölkerung am Sonntag und Montag Gelegenheit gegeben werden, "dieser großen Amerikanerin ihren letzten Respekt zu erweisen", heißt es in einem Antrag von Senator Carl Levin. Am Samstag soll Parks in der Kirche St. Paul in Montgomery aufgebahrt werden, wo am Sonntag auch ein Trauergottesdienst geplant ist. Von Montagabend bis Mittwochmorgen soll die im Alter von 92 Jahren verstorbene Bürgerrechtlerin im Charles-Wright-Museum für Afro-Amerikanische Geschichte in Detroit aufgebahrt werden. Ihre Beisetzung ist für Mittwoch nächster Woche in Detroit geplant, wo die alte Dame ihre letzten Lebensjahre verbrachte.
In ihrer Heimatstadt Montgomery marschierten am mehr als 200 Menschen durch die Straßen, um Rosa Parks zu ehren und an den von ihr ausgelösten Bus-Boykott zu erinnern. Parks weigerte sich am 1. Dezember 1955 in Montgomery, ihren Platz im Bus für einen weißen Mann zu räumen. Damals herrschte in Bussen und Restaurants der Südstaaten noch eine strikte Rassentrennung. Die mit dem symbolischen Akt des zivilen Ungehorsams einsetzende Protestbewegung gegen die Diskriminierung der Schwarzen beeinflusste entscheidend den Lauf der amerikanischen Geschichte, und Parks wurde zur "Mutter der Bürgerrechtsbewegung".
In Erinnerung an die mutige Tat werden in allen Bussen von Montgomery und Detroit die ersten Plätze bis zu ihrer Beisetzung freigehalten und mit einem schwarzen Band sowie einem Foto der Verstorbenen markiert. Auch in Cleveland in Ohio wurden die vorderen Plätze in den Bussen mit einem Band und der Inschrift gekennzeichnet: "Dieser Sitz ist für niemand reserviert. Die Busgesellschaft RTA ehrt die Frau, die aufstand, indem sie sitzen blieb. Rosa Parks 1913-2005".
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