Stichwort: Rosenkrieg
zuletzt aktualisiert: 04.01.2001 - 10:52Hamburg (dpa). Wenn bei Paaren in einem zerstörerischen Scheidungskampf die Fetzen fliegen - wie derzeit bei Boris und Barbara Becker - dann spricht man oft von einem Rosenkrieg. Zwar gibt es auch den Film "Der Rosenkrieg" mit Michael Douglas und Kathleen Turner von 1989, in dem der Streit des Ehepaares Rose sogar tödlich endet. Der Begriff geht aber viel weiter zurück - bis ins englische Mittelalter, als sich die Adelshäuser Lancaster und York in den Rosenkriegen (1455-85) blutig um den Thron stritten, weil beide die Nachfolge von Edward III. beanspruchten.
Die jahrzehntelangen erbitterten Kämpfe forderten von allen beteiligten Familien schmerzliche Opfer und endeten schließlich nach der Schlacht von Bosworth. Heinrich VII., Erbe des Hauses Lancaster, bestieg den Thron und begründete die Tudor-Dynastie. In Anlehnung an die rote Rose im Lancaster-Wappen und die weiße Rose Yorks entstand die Wappenrose des Königshauses, die "Tudor-Rose", bei der die weiße Blüte auf die rote gelegt wurde. Auch William Shakespeare verwendete in seinen Stücken immer wieder Motive aus den Rosenkriegen, etwa im Drama um den "teuflischen" Richard III.
Heutzutage wird der Begriff dann verwendet, wenn sich Parteien mit allen Mitteln bis zur Zerstörung bekämpfen - nicht nur im Privatleben von Stars, sondern auch in der Politik, Wirtschaft und Finanzwelt.
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