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Seattle von Erdstößen eschüttert: Rund 250 Verletzte bei schwerem Erdbeben an US-Nordwestküste

zuletzt aktualisiert: 01.03.2001 - 14:13

Seattle (AP). Bei einem schweren Erdbeben an der Nordwestküste der USA sind am Mittwoch nach Behördenangaben rund 250 Menschen verletzt worden. Mindestens drei Bewohner trugen schwere Verletzungen davon, schweben aber den Angaben zufolge nicht in Lebensgefahr. In Seattle fielen Steine auf die Straße, Fensterscheiben gingen zu Bruch. Etwa 200.000 Menschen in den Staaten Washington und Oregon mussten ohne Strom auskommen, der Flughafen von Seattle wurde drei Stunden lang geschlossen.

Nach Angaben des Erdbebenzentrums in Colorado hatte der Erdstoß am Mittwoch eine Stärke von 6,8. Das Epizentrum des Bebens, das nahezu eine halbe Minute dauerte, lag 55 Kilometer südwestlich von Seattle. Die Erschütterungen waren aber auch im mehr als 1.000 Kilometer entfernten Salt Lake City und im kanadischen Vancouver zu spüren. In Portland in Oregon schwankten Bürogebäude 20 bis 30 Sekunden. Alle Flüge nach Seattle wurden vorübergehend gestrichen. Das Beben ereignete sich kurz vor 11.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MEZ). In einem Vorort von Seattle starb eine ältere Frau zum Zeitpunkt des Bebens an einem Herzinfarkt, die Behörden erklärten aber, der Tod könne nicht unbedingt in einen direkten Zusammenhang mit der Erdstoß gebracht werden.

Der Schaden in dem rund drei Millionen Einwohner zählenden, hoch industrialisierten Großraum richtete vergleichsweise geringe Schäden an. Nach Angaben von Experten bewahrte die Tiefe des Bebens in einem Graben rund 50 Kilometer unter der Oberfläche den Nordwesten der USA vor einer Katastrophe. Zum Vergleich: Das Beben der Stärke 6,7, das 1994 in Los Angeles 72 Menschen das Leben kostete und rund 40 Milliarden Dollar Schaden anrichtete, hatte sein Zentrum lediglich 18 Kilometer unter der Erde. Im Großraum Seattle wurden in den vergangenen Jahren Millionen investiert, um Gebäude und Straßen erdbebensicher zu machen.

Der Gouverneur des Staates Washington, Gary Locke, rief den Notstand aus, um den Weg für schnelle finanzielle Hilfe frei zu machen. US-Präsident George W. Bush erklärte, er bete für "die vielen tausend Menschen, deren Leben unterbrochen worden ist".

In einem Hotel in Seattle, in dem Microsoft-Gründer Bill Gates gerade einen Vortrag hielt, brach fast eine Massenpanik aus. Beim Ansturm auf Notausgänge wurden zahlreiche Zuhörer zu Boden gedrückt.

Heftige Erdstöße auch in El Salvador

(San Salvador) Zur gleichen Zeit bebte die Erde auch in El Salvador. Offiziellen Angaben zufolge erreichten die Stöße eine Stärke von 5,4 und waren bis nach Nicaragua zu spüren. Mehrere Straßen wurden durch Erdrutsche verschüttet, Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Das Epizentrum lag an der Pazifikküste, rund 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt San Salvador. Innerhalb eines Monats waren in El Salvador bei zwei verheerenden Beben mindestens 1.200 Menschen getötet und mehr als 8.000 verletzt worden. Seit den Erdstößen vom 13. Januar und 13. Februar kam es zu tausenden Nachbeben.

Quelle: RPO Archiv

 
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