- Regierung Belizes beklagt Leichtsinn: Rund 30 Tote nach Hurrikan
zuletzt aktualisiert: 11.10.2001 - 15:30Mexiko-Stadt/Belmopan (dpa) - Unverantwortlicher Leichtsinn hat beim Wirbelsturm "Iris" in Belize bis zu 20 Menschenleben gekostet.
Das teilte die Regierung des mittelamerikanischen Landes mit. Zwei Tage nachdem der Sturm die Küste des Landes heimgesucht hatte prangerte am Mittwoch (Ortszeit) eine Sprecherin des Außenministeriums in Belmopan noch einmal das Verhalten einer Gruppe von Touristen aus den USA an. Sie hätten alle Warnungen, sich aus einem Ausflugsboot in Sicherheit zu bringen, in den Wind geschlagen. Insgesamt kamen durch den Wirbelsturm rund 30 Menschen um.
Wie die Ministeriumssprecherin Diana Lock der dpa sagte, kreuzte das Ausflugsboot "Wave Dancer" am Montag mit 28 Menschen an Bord vor der Küste von Sand Creek. Der Dorfbürgermeister des Nachbarortes habe dreimal persönlich an die Passagiere appelliert, sofort an Land zu kommen und sich in Sicherheit zu bringen. Die aus Richmond (US- Staat Virginia) stammenden Touristen hätten geantwortet, sie wollten einmal "den Nervenkitzel eines Hurrikans" live erleben.
16 Touristen und zwei Besatzungsmitglieder der "Wave Dancer" wurden inzwischen tot geborgen. Acht Menschen hätten sich retten können, zwei würden noch vermisst und seien vermutlich ebenfalls tot, sagte Lock. Sie bekräftigte, dass die Passagiere der "Wave Dancer" die einzigen Touristen seien, die durch den Hurrikan in Belize zu Schaden kamen. "Alle anderen folgten den Anweisungen und begaben sich landeinwärts. Inzwischen konnten sie schon wieder in ihre Hotels zurückkehren und ihren Urlaub fortsetzen", sagte Lock.
Der Wirbelsturm hat außerdem im Süden des zum britischen Commonwealth gehörenden mittelamerikanischen Kleinstaates zwischen 12 000 bis 13 000 Menschen obdachlos gemacht. Außerdem starben in Belize zwei Menschen in dem Ort Punta Gorda an Herzinfarkten. Die ganze Region südlich von Punta Gorda wurde zur Katastrophenzone erklärt. Bäume waren entwurzelt, Hausdächer abgedeckt, Strom- und Telefonmasten umgeknickt und Straßen unterbrochen worden. Die Bananen- und Zitrusfrüchteplantagen im Süden des Landes und die Krabbenfarmen wurden nach Angaben der belizischen Botschaft in Mexiko völlig zerstört.
Bereits am Samstag vergangener Woche waren als Folge des inzwischen aufgelösten Wirbelsturms in der Dominikanischen Republik drei Menschen ums Leben gekommen. Am Montag und Dienstag kostete "Iris" in Guatemala und Südmexiko noch je zwei Menschenleben.
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