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Adelaide
Russland und USA wollen zum Mond

Adelaide. Mehr als 40 Jahre nach der letzten Landung von Menschen auf dem Mond will Russland gemeinsam mit den USA den Erdtrabanten erforschen. Das Projekt: eine Raumstation in einer Mond-Umlaufbahn.

Russland und die USA wollen gemeinsam die Entwicklung einer bemannten Raumstation im Mond-Orbit vorantreiben. "Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir zusammen am Bau der internationalen Raumstation Deep Space Gateway teilnehmen werden", sagte Igor Komarow, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, bei einer Konferenz in Australien. Die ersten Module für die neue Raumstation könnten zwischen 2024 und 2026 ins All gebracht werden, sagte er der Agentur Tass zufolge. Eine Stellungnahme aus den USA lag zunächst nicht vor.

Der "Deep Space Gateway" ist ein Projekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa, über das seit mehr als einem Jahr gesprochen wird. Die Station soll auf einer Umlaufbahn um den Mond kreisen und ähnlich wie derzeit die Raumstation ISS bemannt sein, aber nicht zwangsläufig dauerhaft. Zudem sollen von dort Landungen auf dem Mond und Flüge tiefer ins Weltall - etwa zum Mars - vorbereitet werden können. Viele Details sind aber noch offen, zum Beispiel in welcher Höhe die Station über dem Erdtrabanten kreisen soll.

Komarow sagte beim Internationalen Astronauten-Kongress in Adelaide, er habe mit den US-Kollegen über Russlands Rolle in dem Projekt beraten. "Unser Beitrag kann der Bau von ein bis drei Modulen sowie die Entwicklung einheitlicher Standards für Andockmechanismen für Raumschiffe sein", sagte er. Zudem könnte Russland Trägerraketen für den Transport ins All zur Verfügung stellen.

Sie hätten in Australien eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, sagte Komarow. Der Abschluss eines Vertrages erfordere aber noch Bemühungen von staatlicher Seite. Er sprach sich auch für eine Beteiligung von Staaten der BRICS-Gruppe wie China und Indien aus. Auch die Europäische Raumfahrtagentur Esa hat Interesse bekundet.

Russland und die USA haben jahrelange Erfahrung mit der Kooperation im Kosmos. Seit 1998 betreiben sie die ISS rund 400 Kilometer über der Erde, seit 2000 ist diese dauerhaft bewohnt. Nach bisherigen Plänen soll der Außenposten der Menschheit noch bis 2024 genutzt werden. Wie es dann weitergeht, ist offen. An der ISS beteiligen sich zudem auch die Esa sowie die Raumfahrtbehörden Kanadas und Japans.

(dpa)
 
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