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Leverkusen
Rußpartikel-Niederschlag über Leverkusen

Leverkusen. Für die Anwohner besteht nach Angaben der Behörden keine Gesundheitsgefahr. Von L. Hauser und U. Schütz

Die Entwarnung für die Leverkusener kam gestern Nachmittag: "Durch den Brand bei Momentive bestehen keine Auswirkungen auf die Bevölkerung", teilte der Chempark mit.

Am Samstag war gegen 20.30 Uhr in einer Lagerhalle für chemische Stoffe des Silikonherstellers Momentive in dem Leverkusener Industriepark ein Feuer ausgebrochen, das sich zum Großbrand entwickelte. Zur Ursache äußerten sich die Verantwortlichen bisher nicht. Geschäftsführer Matthias Steiner versprach schnelle Aufklärung.

Über dem Chempark (früheres Bayer-Werk) und Teilen der Stadt breitete sich eine große Rauchwolke aus, die vom Wind auch Richtung Kölner Norden getrieben wurde. Der Schiffsverkehr auf dem Rhein in Höhe Leverkusen wurde am Samstagabend eingestellt. Vorsorglich waren die Sirenen in der Stadt und die Katastrophen-Warn-App Nina ausgelöst worden. Anwohner in den Stadtteilen Wiesdorf, Rheindorf, Hitdorf und Bürrig sowie im Norden Kölns sollten Türen und Fenster geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlagen ausschalten. Noch am Samstag gab es leichten Rußpartikel-Niederschlag. Der Chempark warnte, die Rußteilchen vorerst nicht zu berühren, bis Fachleute sie untersucht hätten. Messwagen des Chemparks und der Städte Leverkusen und Köln waren unterwegs, stellten aber keine besonderen Auffälligkeiten fest. Die Werkfeuerwehr des Chemparks und die Leverkusener Berufsfeuerwehr bekam Unterstützung von verschiedenen Feuerwehren der Region, unter anderem füllten Velberter Kollegen 1300 Sandsäcke, teils musste Spezialgerät zum Brandort gebracht werden. Insgesamt waren bis zu 175 Feuerwehrkräfte im Einsatz, DRK und Malteser Hilfsdienst übernahmen die Versorgung. Die Löscharbeiten dauerten bis gestern gegen 3.30 Uhr an. Nachlöscharbeiten gab es auch gestern noch. Löschwasser gelangte auch in den Rhein. Chempark-Leiter Ernst Grigat schloss eine Vergiftung des Flusses aber aus, weil sich das Löschwasser mit dem Rhein stark verdünne. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

Ein zweiter Großbrand in Langenfeld von Freitagabend bündelte am Wochenende weitere Einsatzkräfte der Leverkusener Feuerwehr. Die Lagerhalle einer Fleischfabrik stand dort in Flammen. Geschätzter Schaden: mehr als zehn Millionen Euro.

Quelle: RP
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