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Weltweit 550 Naturkatastrophen
Schadenskosten steigen 2011 auf Rekordniveau

Baden-Baden (RPO). Erdbeben und Tsunami in Japan, Dürre in Somalia, Hurrikan Irene in den USA, Überschwemmungen in Indien und Japan: Von Januar bis September kam es weltweit zu etwa 550 Naturkatastrophen. Und so teuer wie in diesem Jahr kamen derartige Unglücke die Volkswirtschaften noch nie zu stehen.

Allein das Erdbeben in Japan kostete in den ersten neun Monaten rund 265 Milliarden Dollar, wie das Vorstandsmitglied des weltgrößten Rückversicherers Munich Re, Ludger Arnoldussen, am Montag in Baden-Baden sagte.

Damit seien von Januar bis Ende September schon mehr Schadenskosten angefallen als 2005, als große Naturereignisse wie der Hurrikan Katrina Kosten von 220 Milliarden Dollar verursachten.

Gleichzeitig warnte Arnoldussen vor weiteren großen Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft. Er nannte die Staatsschuldenkrise in Europa und den USA sowie das bereits seit Beginn der Finanzkrise anhaltende niedrige Zinsniveau.

Die niedrigeren Erträge aus Kapitalmarktanlagen müssten die Rückversicherer auch bei der Kalkulation von Preisen berücksichtigen. Insbesondere im Langzeitgeschäft erwartet Arnoldussen steigende Preise.

Europäische Fiskalunion wäre nachhaltige Lösung

Er sprach sich zudem für eine Fiskalunion auf europäischer Ebene aus. Diese sei nötig für eine gemeinsame Haushaltspolitik. "Wir müssen nach einer nachhaltigen Lösung schauen", sagte Arnoldussen.

Es müssten zudem strenge Sanktionen für Staaten eingeführt werden, die über ihre Verhältnisse leben. Er forderte die Politik auf, die Finanzmärkte besser zu regulieren.

Als kritische Industrien für die Versicherer identifizierte er die Autozulieferer und die Halbleiterbranche. Diese seien durch weltweite Lieferketten bei Rückwirkungsschäden besonders betroffen. Die Munich Re wolle gegenüber den Erstversicherern auf mehr Transparenz in der Branche dringen.

Munich Re sieht Arnoldussen trotz der Belastungen gut aufgestellt. Der Konzern habe das Prämienaufkommen steigern können. "In den Märkten mit Schadensbelastung konnten wir 2011 deutliche Preiserhöhungen bei Naturkatastrophendeckungen erzielen", sagte Arnoldussen.

(apd)
 
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