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Hannover
Schockvideo gegen Handy am Steuer

Hannover. Der Blick aufs Handy ist eine der häufigsten Unfallursachen in Deutschland.

Das Risiko ist den meisten Autofahrern bewusst, dennoch greifen viele während der Fahrt zum Smartphone, um Nachrichten zu checken oder zu schreiben. Verkehrsexperten zählen das Hantieren mit dem Handy am Steuer längst zu den Hauptunfallursachen. "Wenn der abgelenkte Fahrer in den Gegenverkehr gerät, werden Unbeteiligte hineingezogen. Es können Menschenleben ausgelöscht und ganze Familien zerstört werden", sagte der niedersächsische Landespolizeipräsident Uwe Binias.

Die vor zwei Jahren gestartete Kampagne "Tippen tötet" macht auf die Gefahren der Handynutzung am Steuer aufmerksam. Die Aktion ist nach Angaben der Organisatoren bundesweit einmalig. Kooperationspartner sind das Land Niedersachsen, die Landesverkehrswacht und der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung. In diesem Jahr sollen 48 neue, größere Banner an Autobahnen und Bundesstraßen aufgehängt werden. Die Warnung "Tippen tötet" wird auf Lastwagen, Handyhüllen und Postkarten verbreitet.

Ein neuer Spot im Internet zeigt eine Situation, die jeder kennt: Das Handy auf dem Beifahrersitz summt, der Fahrer schaut auf die Nachricht: "Wann kommst du?" und will schnell antworten. Dann quietschen Bremsen, die nächste Szene spielt zwischen lebenserhaltenden Apparaturen im Krankenhaus. Der Spot richtet sich auch an Lkw-Fahrer.

Laut einer neuen US-Studie tragen Ablenkungen zu gut 68 Prozent der Unfälle bei. Nach Überzeugung der Wissenschaftler steigert der Griff zum Handy die Unfallgefahr etwa um das Fünffache, das Lesen und Schreiben von Nachrichten um das Zehnfache. Wer ein Handy am Steuer benutzt, muss aktuell ein Bußgeld von 60 Euro zahlen und erhält einen Punkt in der Verkehrssünder-Kartei in Flensburg.

(dpa)
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