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Hamburg
Schweiger-Stiftung fördert 30 Projekte

Schweiger-Stiftung fördert 30 Projekte mit einer Million Euro Spendengelndern
FOTO: dpa
Hamburg. Als Til Schweiger im Sommer 2015 seine Stiftung zur Unterstützung von Flüchtlingen vorstellte, wurde der Schauspieler belächelt. Die erste Jahresbilanz aber zeigt: Mehr als eine Million Euro an Spendengeldern gingen bislang ein. Von Dorit Koch und Emily Senf

Til Schweigers Engagement für Flüchtlinge begann etwas holprig. Nachdem der Schauspieler im Sommer 2015 die Til-Schweiger-Foundation zur Unterstützung von Menschen, die auf der Flucht sind, gegründet hatte, kündigte er an, ein Flüchtlingsheim bauen zu wollen. Der Stiftungsleiter ruderte jedoch schnell wieder zurück: Schweigers Aussage, er werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim bauen, sei "nicht ganz glücklich" formuliert gewesen, sagte Christian Specht damals. Bei einer solchen Einrichtung seien immer verschiedene Parteien beteiligt. Eine Stiftung könne vor allem unterstützend eingreifen. Der Schauspieler wurde belächelt.

Der 52-Jährige hatte im vergangenen Jahr immer wieder über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland und das Versagen der Politik geklagt - lautstark und in aller Öffentlichkeit. So ärgerte er sich etwa über das "empathielose Pack" und die Ausländerhetze auf seiner Facebook-Seite. Dann aber kam ein weiterer Rückschlag. Für das Engagement der Stiftung musste ein anderer Standort her: eine Erstaufnahmeeinrichtung in Osnabrück statt einer ehemaligen Kaserne in Osterode am Harz. Grund sollen Verhandlungsschwierigkeiten gewesen sein. Schweigers Ansehen litt.

Nun aber hat die Stiftung ihren ersten Geschäftsbericht vorgelegt - und der sieht gar nicht so schlecht aus. Allein in den ersten vier Monaten sind Spendengelder in Höhe von etwas mehr als einer Million Euro zusammengekommen. Davon seien rund 643.000 Euro bewilligt worden, teilte die Til-Schweiger-Foundation mit. Etwa 20 verschiedene Projekte habe sie damit unterstützt. "Mittlerweile sind wir schon bei über 30. Viele davon im Bereich Flüchtlingshilfe", sagte Schweiger. "Neben Sofortmaßnahmen wie Zelten, traumatherapeutischer Stabilisierung und einer mobilen Arztpraxis haben wir vor allem Integration und Sprachförderung von Kindern unterstützt."

Der Filmemacher hatte die Stiftung im vergangenen Sommer ins Leben gerufen, der Geschäftsbericht bilanziert die Arbeit bis Ende 2015. "Das zurückliegende Gründungsjahr war vor allem eines: sehr emotional! Noch während der Gründungsphase wurden die Stiftung und ganz Deutschland von der Flüchtlingskrise eingeholt", schreibt Schweiger im Vorwort. "Hunderttausende suchten Zuflucht, und die staatlichen Strukturen kamen an ihre Belastungsgrenze. Schnell festigte sich medial das Bild der Til-Schweiger-Foundation als Flüchtlingsstiftung. Dabei ist die Stiftung für alle Kinder."

Geplant hatte der in Hamburg lebende Schweiger sie schon länger, in der Flüchtlingskrise sollte es dann schnell gehen. Im September stellte er, begleitet von großem Medieninteresse, die Stiftung vor - mit Unterstützern wie Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU), Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), "Tatort"-Kollege Jan Josef Liefers, Rapper Thomas D und ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber. Sie gehören wie Bundestrainer Joachim Löw und Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Medienhauses Axel Springer SE, dem Beirat an.

In Osnabrück seien inzwischen in Kooperation mit dem Land Niedersachsen die Bauplanungen abgeschlossen, berichtet Stiftungsleiter Specht: "Da soll es den ersten Spatenstich durch das Land Niedersachsen Ende August geben." 250.000 Euro von der Schweiger-Stiftung fließen dort in den Bau eines Kinderbetreuungszentrums.

Der Großteil (88 Prozent) der ersten Projekte betraf Flüchtlingshilfe - ob Deutschunterricht oder Gemeinschaftszelte für Kinderprogramme. "Parallel hat die Foundation auch Projekte abseits der Flüchtlingshilfe gefördert", hieß es. So beteiligte sie sich etwa an einer neuen, im Herbst startenden Arche in Hamburg-Billstedt, der Begegnungsstätte "Villa Kunterbu(e)nd(nis)" in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern und dem pädagogisch begleiteten "Kick im Boxring" in Berlin-Neukölln.

Auch das Jahr 2016 sei super angelaufen, sagte Specht und kündigte an: "Wir machen auf jeden Fall schwungvoll weiter und schieben viele gute Sachen für Kinder und Jugendliche an."

Quelle: RP
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