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Quito/Tokio
Schwere Erdbeben in Ecuador und Japan

Schwere Erdbeben in Ecuador und Japan mit mehr als 270 Toten
FOTO: Ferl
Quito/Tokio. Mehr als 270 Menschen kamen ums Leben. Die Beben hatte eine Stärke von mehr als 7,0.

Verheerende Erdbeben in Ecuador und Japan haben auf beiden Seiten des Pazifiks große Gebiete verwüstet, mehr als 270 Menschen getötet und mehrere Tausend verletzt. Das Hauptbeben und die folgenden 55 Erdstöße vor der Küste Ecuadors erschütterten am Wochenende vor allem die Küstenregionen mit ihren Touristen-Stränden sowie die Hafenmetropole Guayaquil, wo Gebäude einstürzten. Aber auch in der mehrere Hundert Kilometer entfernten Hauptstadt Quito war das Beben zu spüren. "Es gibt Dörfer, die sind komplett zerstört", sagte ein Behördenvertreter der Küstenregion Pedernales. "Das hier ist eine Katastrophe." Bis gestern zählten die Behörden 233 Tote. Es sei aber mit noch mehr Opfern zu rechnen, sagte Vizepräsident Jorge Glas.

Auf der südjapanischen Insel Kyushi, wo die Erde schon Donnerstag gebebt hatte, kamen Dutzende weitere Menschen durch Erdstöße um. Mindestens 41 Tote wurden in Japan gezählt. Im Wettlauf gegen die Zeit suchten Retter unter den Trümmern eingestürzter Häuser nach Dutzenden Vermissten. Die Beben hatten sowohl in Japan als auch Ecuador eine Stärke von über sieben. Die Erdbeben-Skalen sind nach oben offen, Beben über 10 wurden noch nie gemessen. Beben kommen besonders vor Japan häufig vor, das Teil des sogenannten Feuerrings rund um den Pazifik ist. Er reicht von Indonesien über Alaska und die US-Westküste bis nach Südamerika. Japan war 2011 von einem Beben der Stärke 9 erschüttert worden, das einen Tsunami und die Atomkatastrophe von Fukushima nach sich zog. Damals starben fast 20.000 Menschen. Von Zwischenfällen an Atomreaktoren wurde nun nichts bekannt.

Ecuadors Präsident Rafael Correa brach seinen Italien-Besuch ab. "Alles kann wieder erneuert werden, aber Leben nicht, und das schmerzt am meisten", sagte er. Die Regierung mobilisierte 13.500 Soldaten und Polizisten, um die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Eine Tsunami-Warnung wurde von der Regierung zwar aufgehoben, Küstenbewohner wurde dennoch empfohlen, höher gelegene Gebiete aufzusuchen.

In Japan, das schon am Donnerstag von einem Beben erschüttert worden war, versuchten Rettungskräfte, weitere Verletzte aus den Trümmern zu retten. Regen und damit die Gefahr von Erdrutschen erschwerten die Arbeiten in der Provinz Kumamoto auf der Insel Kyushu. Die Menschen in der Nähe eines Staudammes wurden nach einem Bericht des Senders NHK aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, da ein Bersten des Dammes befürchtet wurde. Ministerpräsident Shinhzo Abe versprach die Zahl der Soldaten auf 25.000 aufzustocken und akzeptierte ein Angebot der USA, beim Lufttransport zu helfen. In dem Katastrophengebiet sind zahlreiche Straßen durch Erdrutsche oder andere Beschädigungen unpassierbar.

(rtr)
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