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250 Verletzte nach Erdbeben: Seattle: Bush genehmigt Milliarden-Hilfe

zuletzt aktualisiert: 02.03.2001 - 14:55

Washington (dpa). Nach dem schweren Erdbeben in Seattle hat US- Präsident George W. Bush die Metropole zum Katastrophengebiet erklärt und damit die Freigabe von Hilfsgeldern in Milliardenhöhe ermöglicht. Nach Angaben der Senatorin Patty Murray aus dem betroffenen Bundesstaat Washington belaufen sich die Schäden auf mindestens zwei Milliarden Dollar. Zwei Tage nach dem schwersten Erdbeben in der Region seit 52 Jahren waren am Freitag weiterhin zahlreiche Brücken und Straßen gesperrt.

Die Zahl der Verletzten des Bebens mit der Stärke 6,8 auf der Richterskala wurde am Freitag mit mehr als 250 angegeben. Acht Menschen seien schwer verletzt, schwebten aber nicht in Lebensgefahr, hieß es. Eine 66 Jahre alte Frau war während des Bebens an einem Herzinfarkt gestorben.

Ingenieure untersuchten in der Region um Seattle Bauwerke und Dämme. Unter anderem blieb die Schnellstraße Alaska-Viaduct für den Verkehr gesperrt, weil Experten die Straße für gefährdet halten. Nach US-Medienberichten wurden außerdem große Abschnitte eines Highways nahe der Hauptstadt Olympia zerstört.

Die Aufräumarbeiten in der High-Tech-Metropole Seattle konzentrierten sich auf die Innenstadt. Dort wurden meist alte Backsteinhäuser beschädigt, auf den Straßen lagen Schuttberge.

Experten sprachen von einem Wunder, dass nicht mehr Menschen verletzt wurden. Das Beben war weit weniger zerstörerisch als eine ähnlich starke Erschütterung in Los Angeles 1994, die mit 6,7 auf der Richterskala gemessen wurde. Damals kamen 72 Menschen ums Leben, 9000 wurden verletzt.

Demokratische Politiker kritisierten unterdessen Pläne des US- Präsidenten, der ausgerechnet am Vortag des Bebens ein Katastrophen- Vorsorgeprogramm des Bundes hatte streichen wollen, von dem Seattle stark profitiert. Seattle ist nach Los Angeles und San Francisco die von Erdbeben am meisten gefährdete Großstadt in den USA. Experten lobten ein Millionen Dollar schweres Programm, mit dem seit 1990 in der Region mehr als 300 Brücken erdbebensicher gemacht wurden.

Quelle: RPO Archiv

 
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