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Eine Million Rosenblätter regnen zum 100. Geburtstag: Sicherheitsalarm zur Geburtstags- Parade der "Queen Mum"

zuletzt aktualisiert: 19.07.2000 - 20:04

London (AP). Mit einer bunten Festparade durch London erreichten die Feiern anlässlich des 100. Geburtstages von "Queen Mum" am Mittwochabend einen neuen Höhepunkt. Überschattet wurde der Umzug von Bombendrohungen gegen mehrere U-Bahn-Stationen in der Stadt. Dessen ungeachtet fuhr die Königinmutter in einer Kutsche zum Paradeplatz, wo sie von 7.000 geladenen Gästen erwartet wurde. Den Weg dorthin säumten zahllose Menschen. Obwohl das beliebteste Mitglied der Königsfamilie erst am 4. August Geburtstag hat, wird das Ereignis bereits seit Wochen gefeiert.

"Wir sind absolut entschlossen, dass diese Parade ungehindert stattfindet", sagte der stellvertretende Polizeichef Londons, Alan Fry. Am Vormittag hatten Anti-Terrorismus-Experten auf dem U-Bahnhof Ealing Broadway im Westen Londons nach einem Drohanruf einen Sprengsatz entschärft. Dadurch wurde der Berufsverkehr erheblich gestört. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um einen "effektiven Sprengsatz."

Schon im Morgengrauen kampierten Schaulustige auf den Bürgersteigen in der Nähe der Londoner Horse Guard Road, um sich einen guten Platz zu sichern. Wenn die Königinmutter ihren 100. Geburtstag feiert, wollen sie dabei sein. Das ist Ehrensache für Royalisten vom Schlage Terry Hutts. "Ich habe Queen Mum zum ersten Mal als Fünfjähriger während der deutschen Luftangriffe auf London getroffen. Seitdem schaue ich zu ihr auf", erklärt der Rentner aus Essex, der sogar die Nacht im Freien verbrachte, um der Verehrten nahe zu sein.

Auf ihn und Dutzende andere Frühaufsteher warteten die besten Plätze für ein Spektakel, das vollmundig als "weltgrößte Geburtstagsparty für eine Hundertjährige" angekündigt wurde. An der Parade am Abend nahmen unzählige Festwagen, Kapellen, Chöre, Tänzer, Musiker und Berühmtheiten wie Jerry Hall (als Göttin Flora verkleidet) teil - alles in allem 7.000 Personen. Und natürlich durften bei der Feier für eine Tiernärrin wie "Queen Mum" auch die Vierbeiner nicht fehlen: Kamele, Rinder, Schafe, Hühner und selbstverständlich Hunde sollten zu Ehren des Geburtstagskinds aufmarschieren. Zum Finale der Feier sollten auf "Queen Mum" und die Zuschauer eine Million Rosenblätter regnen.

Premierminister Tony Blair und der konservative Oppositionsführer Wiliam Hague überbrachten am Dienstag der Königinmutter ihre Glückwünsche zum 100. Geburtstag. Die Witwe von König George VI. empfing ihre Gäste im Garten von ihrem Sitz Clarence House. Blair, Hague und Delegationen aus beiden Kammern des Parlaments kamen zu einem gemeinsame Foto mit der wie immer in Pastelltönen gekleideten "Queen Mum" zusammen.

Sprengsatz in der Nähe der Umzugsroute bei Whitehall

Wenige Stunden vor der Festparade lösten mehrere Bombendrohungen ein Verkehrschaos in London aus. Im Berufsverkehr blieben U-Bahn-Stationen geschlossen, Züge wurden umgeleitet, Hauptstrecken mussten gesperrt werden. Die Polizei entschärfte einen Sprengsatz, der nahe der Station Ealing Broadway im Westen der Stadt gefunden wurde. Anonyme Anrufer aus Dublin hatten Anschläge in den U-Bahn-Stationen Ealing Broadway, Victoria und Westminster angedroht, wie eine Sprecherin von Scotland-Yard mitteilte. Alle drei Bahnhöfe wurden durchsucht und blieben geschlossen.

Der britische Nordirlandminister Peter Mandelson machte militante Splittergruppen aus Nordirland für die geplanten Anschläge verantwortlich. Die Beamten fanden auch einen Sprengsatz in der Nähe von Whitehall, wo die Festparade für die Königinmutter vorbeiführen sollte. Die Organisatoren konsultierten daraufhin die Polizei, um die Sicherheitsvorkehrungen für das Geburtstagsspektakel abzusprechen.

Shirley Bassey von der britischen Königin geadelt

Shirley Bassey (63), britische Popsängerin, ist am Mittwoch von Königin Elizabeth II. geadelt worden. Sie darf künftig den Titel Dame tragen, das weibliche Gegenstück zum Sir. "Es war absolut unglaublich. Ich bin so stolz", sagte sie nach der Zeremonie im Buckingham-Palast. Bassey, die aus Wales stammt und seit 45 Jahren im Showbusiness arbeitet, gehört zu den erfolgreichsten britischen Sängerinnen. 1957 hatte sie ihren ersten großen Hit "Kiss Me, Honey, Honey, Kiss Me". Sie sang die Titelsongs für drei James-Bond-Filme (Goldfinger, Diamonds Are Forever, Moonraker) und machte auch das Lied "Hey, Big Spender" zu einer Art persönlicher Hymne.

Quelle: RPO Archiv

 
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