| 07.18 Uhr

Jessen
Skelettierte Hand in Welsmagen

Jessen. Angler zerlegten den 30 Kilo schweren Fisch und stießen auf das Körperteil.

Grausiger Fund: Im Bauch eines Welses haben Angler in Sachsen-Anhalt eine skelettierte Hand entdeckt. Die beiden Männer zogen den mehr als 1,60 Meter langen und rund 30 Kilogramm schweren Raubfisch in der Nacht aus der Elbe, wie ein Polizeisprecher in Dessau-Roßlau gestern sagte. Als sie ihn am Morgen zerlegen wollten, sei die Hand zum Vorschein gekommen.

Wie beim Auffinden von Leichenteilen üblich, ermittele nun die Kriminalpolizei zur Todesursache, sagte der Sprecher. Zunächst müssten sich aber Rechtsmediziner mit dem Körperteil befassen. Fragen gebe es viele. Stammt die Hand von einem Mann oder einer Frau? Wie alt ist sie? Und wie kam sie in den Bauch des Fisches? "Das dauert vermutlich ein paar Wochen", sagte der Sprecher. Erst wenn das geklärt sei, könnten Vermisstenfälle geprüft werden. Den Anglern gehe es gut. Sie hätten nach der Entdeckung nicht betreut werden müssen.

Flusswelse sind Europas größte reine Süßwasserfische. Sie jagen vorwiegend in der Dämmerung und in der Nacht. Welse fressen tote und lebende Fische, aber auch hin und wieder kleine Säugetiere und Vögel. Der Landesanglerverband schloss aus, dass der Wels einem Menschen die Hand abgebissen hat. "Der hat doch gar keine Schneiden", sagte Geschäftsführer Axel Ritzmann, und spricht dabei auf die Zähne des Fisches an. Welse haben eine Art verhärtetes Maul mit Raspeln.

Trotzdem: Welse machen immer wieder Schlagzeilen. Der wohl bekannteste war "Killerwels Kuno", der im Herbst 2001 in einem Mönchengladbacher Weiher einen Dackelwelpen verschlungen haben soll. Aufgeklärt werden konnte die Sache nie, da der Besitzer des angeblich gefressenen Hundes sich nicht gemeldet hat. "Kuno" soll 2003 getötet worden sein und wird seit 2005 ausgestopft in einem Museum präsentiert. Von dem vermeintlich verschlungenen Dackel fehlt jede Spur.

(dpa)
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