Besseres Punktesystem gefordert: Spanier wollen Grand Prix verändern
zuletzt aktualisiert: 28.05.2002 - 16:19Madrid/Hamburg (rpo). Die Kritik am Grand Prix nimmt kein Ende. Jetzt will Spanien das System der Punktewertung beim Schlagerfestival ändern lassen.
Das staatliche Fernsehen TVE werde bei der Union der Europäischen Rundfunkanstalten einen entsprechenden Antrag stellen, kündigte der TVE-Direktor Álvaro de la Riba nach spanischen Presseberichten an.
Die Spanier hatten daran Anstoß genommen, dass beim Grand Prix d?Eurovision in Tallinn (Estland) benachbarte Länder sich die Punkte zuweilen gegenseitig zugesprochen hatten. Ein verbessertes Punktesystem solle dazu beitragen, dass es künftig keine "Ungleichgewichte" bei der Verteilung der Punkte mehr gebe, sagte de la Riba. Die mit Siegeshoffnungen gestartete spanische Kandidatin Rosa hatte in Tallinn nur einen siebten Platz belegt.
Gerüchte um ein noch schlechteres Abschneiden der Bremer Sängerin Corinna May, die auf dem 21. Platz gelandet war, bestätigten sich unterdessen nicht. Weder der für den nationalen Vorentscheid verantwortliche Norddeutsche Rundfunk noch Mays Manager Dirk Münchow wussten von angeblichen Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung. Auch aus Tallinn gab es keine Bestätigung. In der ARD-Talkshow "Beckmann" hatte es am Montagabend dagegen geheißen, die Deutsche sei auf den 22. Platz zurückgefallen.
Sänger Guildo Horn, der bei der Veranstaltung 1998 in Birmingham (England) für Deutschland immerhin den siebten Platz belegt hatte, bedauert, dass beim Schlager-Grand-Prix fast nur noch in Englisch gesungen wird. "Das ist ein europäischer Wettbewerb, bei dem jedes Land auf seine eigene Weise auch seine eigene Kultur widerspiegeln sollte", sagte er dem Online-Dienst des Nachrichtensenders n-tv. Deshalb solle jeder in seiner Landessprache singen.
Austragungsort für den nächsten nationalen Vorentscheid zum Grand Prix am 7. März 2003 soll, wie auch in diesem Jahr, die Kieler Ostseehalle sein. Es seien zwar noch keine Verträge unterzeichnet, "aber wir wollen das wieder in Kiel machen", sagte NDR- Unterhaltungschef Jürgen Meier-Beer den "Kieler Nachrichten" (Dienstag-Ausgabe).
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