| 12.25 Uhr

Serie "Discovery" auf Netflix
Star Trek entdeckt sich neu

Star Trek Discovery auf Netflix - gemischte Gefühle nach neuem Trailer
Die Science-Fiction-Serie präsentiert sich im rundum neuen Look. FOTO: Screenshot: Youtube (Netflix)
Düsseldorf. Im Herbst startet mit "Discovery" in Deutschland der nächste Anlauf des US-Senders CBS, um Star Trek zu alter Größe zu führen. Der erste Trailer hinterlässt aber gemischte Gefühle. Von Ludwig Jovanovic

Fast schien es, als würde die neue Star-Trek-Serie "Discovery" im Schwarzen Loch der Konzepte verschwinden. Zunächst hatte der US-Sender CBS sie für Januar angekündigt, dann wurde sie auf Mai und schließlich auf unbestimmte Zeit verschoben. Bereits zuvor hatte sich Star-Trek-Veteran Bryan Fuller ("Deep Space Nine", "Voyager") als Hauptverantwortlicher der Serie zurückgezogen. 

Dann drohte noch ein Streik der US-Drehbuchautoren. Etwas, das der Serie vermutlich den Todesstoß versetzt hätte. Jetzt kommt Star Trek Discovery doch noch. Im Herbst. Und überraschend gibt es nun einen ersten Trailer.

Die Serie spielt zehn Jahre vor den Abenteuern von Kirk, Spock und McCoy an Bord der Enterprise. Im Trailer sehen wir, wie Captain Georgiou (Michelle Yeoh) und die eigentliche Hauptfigur, ihr Erster Offizier Michael Burnham (Sonequa Martin Green/Sasha in "Walking Dead"), durch eine Wüste marschieren. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, darin Vulkan zu erkennen. Zumal später im Trailer deutlich wird, dass Burnham offensichtlich auf dem Planeten groß geworden ist – unter Aufsicht von Spocks Vater Sarek (James Frain). Ist sie dann zusammen mit Spock aufgewachsen und könnten wir der Star-Trek-Ikone in der neuen Serie wieder begegnen?

Vulkan spielt eine wichtige Rolle

Auf Vulkan sehen wir auch, wie ein Schiff die Atmosphäre und einen Sturm durchbricht. Es ist nicht die namensgebende Discovery, sondern die Shenzhou – das Schiff von Captain Georgiou. Doch warum marschieren Burnham und Georgiou durch Vulkans Wüsten, um sich dann per Transporter auf das Schiff beamen zu lassen? Das wirkt geheimnisvoll und riecht nach einer verdeckten Mission am Rande des Legalen. Burnham und Georgiou scheinen sich sehr gut zu kennen und zu vertrauen.

Schließlich dient die Erste Offizierin laut dem US-Trailer seit sieben Jahren unter ihr. "Es wird Zeit, dass wir über ihr erstes eigenes Kommando reden", sagt der Captain, bevor sie aufbrechen und an den Rand des Föderationsraumes fliegen. Dort entdecken sie ein Objekt unbekannter Herkunft. Verfolgt die Shenzhou eine Geheimmission? Möglicherweise sogar im Auftrag der mysteriösen Sektion 31? Das ist eine Abteilung des Geheimdienstes der Föderation, die ein Eigenleben im Verborgenen führt. Sie kümmert sich um Angelegenheiten, die nicht im Einklang mit den Zielen der Föderation stehen und doch ihrem Schutz dienen sollen.

Auf jeden Fall legt sich die Shenzhou auf ihrer Mission mit den Klingonen an, die in Discovery noch einmal etwas anders aussehen als zuvor: Sie wirken nun noch brutaler. Nur was haben sie mit dem mysteriösen Objekt zu tun? Burnham kämpft offenbar gegen einen Klingonen – irgendwo auf dem unbekannten Objekt. Und wir sehen einen Sarkophag in einer Art Zeremonie oder in einem Ritual. Es wirkt düster. Sehr düster. Ebenso wie die Auseinandersetzung des Captains mit Burnham. "Die Sternenflotte feuert nicht zuerst", sagt sie. "Das müssen wir aber", entgegen ihr Erster Offizier. Passend dazu sagt der Wissenschaftsoffizier Lieutenant Saru (Doug Jones), dass seine Rasse den Tod spüren könne – und er würde ihn gerade jetzt spüren.

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Beeindruckende Effekte und Einflüsse der Abrams-Filme

Was soll man nun von dem Trailer halten? Beginnen wir mit dem Positiven. CBS hat offensichtlich sehr viel Geld für Star Trek Discovery in die Hand genommen. Noch nie sah eine Fernsehserie in dem Universum so überragend gut und fast schon wie ein Kinofilm aus. Der US-Sender möchte so dem eigenen Streaming-Dienst einen kräftigen Schub in Nordamerika geben. Die Serie wird dort nur in dem kostenpflichtigen Online-Angebot angeboten. Und das hat man sich deutlich sichtbar auch einiges kosten lassen. Außerhalb Nordamerikas ist dafür Netflix der Partner.

An Bord der Shenzhou sieht man zudem nicht nur Männer und Frauen, sondern auch diverse Aliens. Als Bryan Fuller noch die Hoheit hatte, sprach er bereits davon, dass die Mannschaft in der neuen Serie vielfältiger sein soll. Das scheint gelungen. Die neuen Uniformen wirken zudem elegant und sehen wie Weiterentwicklungen der Overalls an Bord der NX-01 aus Star Trek: Enterprise aus – aber auch wie Uniformen, die man im Film Star Trek Beyond sehen konnte.

Generell sind die Einflüsse aus den neueren Kino-Abenteuern des J. J. Abrams Reboots deutlich sichtbar. Allerdings möchte man sich nicht an der sogenannten Kelvin-Zeitlinie der Filme orientieren, die das klassische Star Trek auf den Kopf stellten, sondern an der Original-Serie aus den 1960ern.

Ist das noch Star Trek?

Und das Negative? Die Serie wirkt düster. Das ist an sich nichts Schlechtes, wenn es eben nicht Star Trek wäre. Die optimistische Vision der Zukunft, die Gene Roddenberry vor mehr als 50 Jahren schuf, kann man nicht unbedingt erkennen. Damit steht Discovery eher in der Tradition von Deep Space Nine.

Die Serie war zwar alles andere als schlecht, aber sie bewegte sich bereits recht weit weg von Roddenberrys Vermächtnis. Und wenn Burnham davon spricht, dass man auf den Hals zielen und den Kopf abschlagen müsse, hat das nichts mehr mit dem klassischen Star Trek samt moralischen bis philosophischen Betrachtungen und der Botschaft von Toleranz zu tun.

Es ist schwer, nach den knapp zwei Minuten schon eine Aussage zu treffen. Aber wenn die Ausschnitte stellvertretend sind für Discovery, dann kann es eine durchaus beeindruckende, fesselnde und unterhaltsame Serie sein – ob sich Star-Trek-Fans indes damit anfreunden können, muss sich noch zeigen. So wie die namensgebende Discovery unter Captain Lorca (Jason Isaacs). Die ist bislang noch nicht aufgetaucht.

 
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