Bill Gates bei Konferenz überrascht: Starkes Erdbeben in Seattle - zwölf Verletzte
zuletzt aktualisiert: 28.02.2001 - 21:46Seattle (AP). Ein heftiges Erdbeben der Stärke 7,0 hat am Mittwoch die Bewohner der Nordwestküste der USA in Panik versetzt und erheblichen Schaden angerichtet. In Seattle im Staat Washington wurden zwölf Personen verletzt, drei von ihnen schwer. In der Stadt fielen Steine auf die Straße, Fensterscheiben gingen zu Bruch, tausende Menschen mussten ohne Strom auskommen, der Flughafen wurde geschlossen.
Nach offiziellen Angaben lag das Epizentrum des Bebens, das nahezu eine halbe Minute dauerte, 55 Kilometer südwestlich von Seattle. Die Erdstöße waren aber auch im mehr als 1.000 Kilometer entfernten Salt Lake City und im kanadischen Vancouver zu spüren. In Portland in Oregon schwankten Bürogebäude 20 bis 30 Sekunden.
"Alle gerieten in Panik", sagte Paulette DeRooy, die in Seattle in einem Aufzug feststeckte, als die Erde bebte. In einem nahe gelegenen Hotel, in dem Microsoft-Gründer Bill Gates gerade einen Vortrag hielt, brach fast eine Massenpanik aus. Beim Ansturm auf Notausgänge wurden zahlreiche Zuhörer zu Boden gedrückt. Nach Schätzungen fiel in 17.000 Haushalten in der Region um Seattle der Strom aus. Alle Flüge nach Seattle wurden gestrichen. Das Beben ereignete sich kurz vor 20.00 Uhr MEZ.
Seatle bekannt durch Microsoft, Boing und Amazon.com
Der Flugzeugbauer Boeing, der Software-Riese Microsoft und der Online-Buchhändler Amazon.com - sie alle haben ihren Sitz im Großraum Seattle im US-Bundesstaat Washington. Doch die Region mit mehr als drei Millionen Einwohnern ist nicht nur für ihre High-Tech-Industrie, sondern auch für ihre schöne Landschaft bekannt. Im Norden der amerikanischen Westküste gelegen, gehört die Stadt zu den beliebtesten Urlaubszielen der Amerikaner. Charakteristisch für die Skyline der Stadt ist der 185 Meter hohe Turm "Space Needle" (Foto oben) . In Deutschland ist die 540 000-Einwohner-Stadt auch deshalb ein Begriff, weil der deutsche Basketballer Detlef Schrempf jahrelang beim dortigen NBA-Team "Seattle Supersonics" spielte.
Heftige Erdstöße auch in El Salvador
(San Salvador) Zur gleichen Zeit bebte die Erde auch in El Salvador. Offiziellen Angaben zufolge erreichten die Stöße eine Stärke von 5,4 und waren bis nach Nicaragua zu spüren. Mehrere Straßen wurden durch Erdrutsche verschüttet, Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Das Epizentrum lag an der Pazifikküste, rund 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt San Salvador. Innerhalb eines Monats waren in El Salvador bei zwei verheerenden Beben mindestens 1.200 Menschen getötet und mehr als 8.000 verletzt worden. Seit den Erdstößen vom 13. Januar und 13. Februar kam es zu tausenden Nachbeben.
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