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Dinslaken
Starkregen überschwemmt Straßen in NRW

Dinslaken. Bahn-Pendler mussten warten, Schüler bekamen frei, in Bochum schlug der Blitz bei der Polizei ein. Von Jörg Isringhaus

Wassermassen dort, wo sie nicht hingehören - das war gestern nach heftigen Gewittern das Problem in vielen NRW-Städten. Besonders schlimm traf es die Stadt Dinslaken: 47,6 Liter Regen pro Quadratmeter fielen dort laut Wetterdienst Meteogroup innerhalb von zwölf Stunden. Normalerweise liegt die gesamte Regenmenge im Mai bei rund 70 Litern. Dementsprechend standen viele Keller und Straßen unter Wasser, die Feuerwehr rückte mehr als hundert Mal aus. Eine zentrale Kreuzung verwandelte sich in einen See, viele Autos blieben wegen versagender Elektronik liegen. Vollgelaufene Gullis verstärkten das Problem und ließen den Pegel steigen.

In Bochum legte ein Blitzeinschlag am Morgen den Notruf 110 lahm. Rund 634.000 Einwohner in Bochum, Herne und Witten waren betroffen. In Heiligenhaus und Wuppertal brannten Dachstühle nach einem Blitzeinschlag aus. Verletzt wurde niemand, die elf Bewohner in Wuppertal hatten das Haus bereits verlassen, als die Feuerwehr anrückte. In Voerde setzte ein Blitz einen Hochspannungsmast in Flammen, der Regen löschte das Feuer jedoch. In Sonsbeck am Niederrhein brannte das Dach eines Einfamilienhauses. Der Schaden beträgt etwa 100.000 Euro, Menschen wurden nicht verletzt.

Ein Blitzeinschlag löste im Heinrich-Heine-Gymnasium in Bottrop Alarm aus und verschaffte Hunderten Schülern unerwartet schulfrei. Die etwa 850 Jungen und Mädchen mussten das Gebäude verlassen. Nach einer Dreiviertelstunde konnten Schüler und Lehrer zwar zurück. Die Schulleitung beschloss allerdings, die mittlerweile teils völlig durchnässten Kinder vorsorglich nach Hause zu schicken.

Auch in Essen, Bottrop und Oberhausen wurden mehrere Straßen überschwemmt. Vor allem in Unterführungen staute sich das Wasser schnell mehr als einen Meter hoch. Ein Pärchen konnte sich in Oberhausen gerade noch aus seinem Wagen retten, bevor das Fahrzeug in den Fluten versank.

Durch das Unwetter beeinträchtigt wurde auch der Bahnverkehr in NRW. Auf der Strecke Richtung Düsseldorf gab es zwischen Mönchengladbach Hauptbahnhof und Neuss Hauptbahnhof einen Oberleitungsschaden. Zeitweise ruhte der S-Bahnbetrieb auf der Strecke. Es kam zu Verspätungen, Gäste mussten auf andere Züge umsteigen. Die Passagiere der betroffenen S-Bahn, die in Lürrip plötzlich stehenblieb, mussten aussteigen und ihren Weg mit Taxis oder öffentlichen Verkehrsmitteln fortsetzen. Am Düsseldorfer Flughafen wurden wegen des Wetters 60 Starts und Landungen gestrichen.

Am Nachmittag entspannte sich die Wetterlage. Ab morgen aber drohen neue Gewitter.

Quelle: RP
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