Keine Anzeichen für verminderte Schuldfähigkeit: Student gesteht Millionenerpressung von Coca-Cola
zuletzt aktualisiert: 05.02.2001 - 13:42Frankfurt/Main (dpa). Ein ehemaliger Student hat einen mit gefährlichen Giftattacken begleiteten Erpressungsversuch gegen den Getränkehersteller Coca Cola gestanden. Zum Prozessauftakt vor dem Frankfurter Landgericht räumte der 27 Jahre alte Mann am Montag ein, insgesamt zehn mit Unkrautvernichtungsmittel versetzte Cola-Flaschen in Geschäften in den hessischen Orten Sulzbach und Darmstadt deponiert zu haben.
Die Gift-Dosen in den mit roten Kreuzen markierten Flaschen hätten nach Einschätzung der Anklage Menschen töten können.
Der aus Bad Homburg stammende Mann hatte laut Anklage von der Deutschlandzentrale des Konzerns in Essen im vergangenen Jahr zunächst 15 Millionen und im einem zweiten Anlauf 16 Millionen Mark verlangt. Er war bei der Übergabe der von ihm verlangten Scheckkarte am 19. Juni in Königstein bei Frankfurt von der Polizei gefasst worden. Mit der Karte wollte er das Lösegeld von einem zuvor eingerichteten Konto abheben. Bei seiner ersten Attacke hatte der Erpresser noch den fraglichen Supermarkt in Sulzbach genannt, in dem er vier Flaschen ausgelegt hatte. Die Cola habe sich wegen des Giftzusatzes bläulich verfärbt, sagte der Angeklagte.
Als Motiv für den ersten Erpressungsversuch gab der offenbar psychisch labile Angeklagte Verzweiflung über sein gescheitertes Studium des Wirtschaftsingenieurswesens an. Den zweiten Versuch habe er begonnen, um seiner neuen Freundin ein sorgenfreies Leben bieten zu können. Die acht Jahre ältere Frau habe er in einer psychiatrischen Privatklinik kennen gelernt, in die er nach einem Selbstmordversuch gegangen war. Der psychologische Sachverständige erklärte in einer ersten Einschätzung, er sehe keine Anzeichen für eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten.
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