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Köln
Studie: Wie Fluglärm kindlichen Schlaf stört

Köln. Wie sich Fluglärm auf den Schlaf von Kindern auswirkt, untersucht seit gestern das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in einer weltweit einmaligen Feldstudie. Dazu wird bis 2018 das Schlafverhalten von 50 Kindern ausgewertet, die in der Nähe des Flughafens Köln/Bonn wohnen. Dort herrscht kein Nachtflugverbot wie in Düsseldorf. Die Studie soll Erkenntnisse darüber liefern, wie sich der Lärm auf den Schlaf, die kognitive Leistungsfähigkeit und das psychische Wohlbefinden auswirkt. Dazu gehen Wissenschaftler zum ersten Mal in Kinderzimmer, um die Hirnaktivität der Teilnehmer zu messen.

Aufgezeichnet werden die elektrophysiologischen Daten in vier aufeinanderfolgenden Nächten. Dazu tragen die Acht- bis Zehnjährigen kindgerechte Elektroden am Kopf und Oberkörper. Zusätzlich werden alle Geräusche am Ohr der schlafenden Kinder aufgezeichnet. Neben diesen objektiven Daten lassen die Forscher auch subjektive Eindrücke ihrer jungen Testpersonen einfließen. Am Morgen müssen diese Fragebögen ausfüllen, wie sie Schlaf und Lärm erlebt haben sowie am Laptop ihre Reaktionsschnelligkeit zeigen.

Am Ende erhoffen sich die Wissenschaftler Antworten auf Fragen, wie lange die Kinder brauchen, um abends mit Fluglärm einzuschlafen, wie häufig sie aufwachen und wie der kindliche Schlaf überhaupt beeinflusst wird. Vermutet wird, dass der Lärm sich beispielsweise negativ auf die Erholungsfähigkeit auswirkt. Bei Kindern ist guter und gesunder Schlaf für die körperliche und geistige Entwicklung besonders wichtig.

Bisherige Untersuchungen beschränkten sich meist auf Erwachsene in Laborsituationen - und lieferten teils widersprüchliche Ergebnisse. Die Feldstudie des DLR nimmt sich erstmals Kinder vor und geht zudem noch zu den Testpersonen nach Hause. Um das so kindgerecht wie möglich zu gestalten, dürfen die Lieblingsstofftiere am Prozedere teilnehmen - so tragen auch Teddy und Co vorübergehend Elektroden.

(jis)
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