Flüchtlinge wanderten über A 7: Syrische Großfamilie eingeschleust
zuletzt aktualisiert: 21.06.2000 - 17:38Hildesheim (dpa). Eine illegal eingeschleuste zehnköpfige Familie aus Syrien hat die Polizei auf der Autobahn 7 bei Hildesheim aufgegriffen. Die Großfamilie war nach eigener Aussage in einem Lastwagen über die Türkei nach Deutschland geschleust worden, teilten die Behörden mit.
Am frühen Morgen war ein 43-Jähriger zusammen mit seinem 23-jährigen Bruder, seiner 30 Jahre alten Ehefrau und sieben Töchtern im Alter zwischen einem und zehn Jahren zu Fuß unterwegs.
Seit vier Wochen sei er mit seiner Familie auf Reisen, berichtete der Vater. Er habe Schleusern 15 000 Mark pro Person gezahlt, um nach Deutschland zu gelangen. Von Istanbul aus sei die Familie zusammen mit anderen Flüchtlingen in einem Lastwagen nach Norden gebracht worden. Die Syrer hätten das Fahrzeug auf der gesamten Strecke nicht verlassen dürfen. Die Versorgung mit Essen und Getränken sei dürftig gewesen.
Während die übrigen Flüchtlinge nacheinander ausgeladen wurden, verließ die syrische Familie den Lastwagen als letzte. Die Papiere hätten ihnen die Schleuser abgenommen, hieß es. Nach Angaben des 43- Jährigen wurde seine Familie wegen ihrer Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft der Jesiden in Syrien verfolgt. Die Polizei brachte die Syrer zur zentralen Anlaufstelle für Asylsuchende nach Braunschweig. Gegen sie wurde Anzeige wegen illegalen Aufenthaltes erstattet. Nach den Schleusern wird gefahndet.
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