Vom Siefvater und -bruder misshandelt: "Tatort"-Kommissare helfen philippinischem Mädchen
zuletzt aktualisiert: 11.06.2001 - 13:45Köln (rpo). Die beiden "Tatort"-Fernsehkommissare Klaus J. Behrendt (41) und Dietmar Bär (40) arbeiten auf freiwilliger Basis in sozialen Brennpunkten. Die von ihnen gegründete Organisation "Tatort-Straßen der Welt" kümmert sich derzeit um ein misshandeltes philippinisches Mädchen.
Gemeinsam mit dem Kölner Jugendamt ermöglicht Hilfsorganisation dem schwerst behinderten Mädchen den Besuch einer Sonderschule in Köln, sagte Behrendt am Montag. Die sechs Jahre alte Jonalyn war 1998 von seinem Stiefvater und Stiefbruder vergiftet, misshandelt und schließlich in Köln ausgesetzt worden. Dabei hatte das Kind erhebliche Hirnschäden erlitten und sein Augenlicht verloren.
Bär und Behrendt waren auf Jonalyn aufmerksam geworden, weil ihr Schicksal dem eines Jungen in der "Tatort"-Folge "Manila" geähnelt habe, sagte Behrendt. Neben Sachspenden helfe der Verein dem Mädchen mit mehreren zehntausend Mark. Ihr in Belgien lebender Stiefvater sitze inzwischen in Untersuchungshaft, der geistig gestörte Bruder sei in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert worden. Die philippinische Mutter wohne ebenfalls in Belgien.
Die beiden Schauspieler hatten den Verein 1998 nach Dreharbeiten zu der Tatort-Folge "Manila" auf den Philippinen ins Leben gerufen. In den Slums waren sie nach eigenen Angaben unmittelbar mit der Armut von Straßenkindern konfrontiert worden. Seitdem unterstützt "Straßen der Welt" mehrere Projekte vor Ort, unter anderem zur Schul- und Ausbildung von Straßenkindern.
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