| 14.22 Uhr

Schnellkritik zum "Tatort"
Vielleicht war es einfach nur zu warm

So nehmen Keppler und Saalfeld Abschied
So nehmen Keppler und Saalfeld Abschied FOTO: ARD
Leipzig. Die Leipziger Kommissare Keppler und Saalfeld haben sich am Sonntagabend von ihrem Publikum verabschiedet. "Niedere Instinkte" lautete der Titel des Krimis. Es gab ein überraschendes Ende und eine dänische Fehlbesetzung. Von Christian Sieben

90 Minuten in ungefähr 90 Zeichen

Kinderloses Ehepaar entführt Mädchen. Es ist sehr warm und alle rasten aus. Explosion am Ende.

Um was ging es eigentlich?

Ein verrücktes wie kinderloses Ehepaar entführt ein Mädchen und sperrt es in einem geheimen Kinderzimmer hinter der finnischen Sauna ein. Kommissar Keppler gibt sich als Messias aus und verspricht, das Kind zu finden. Der männliche Entführer will das Kind wieder loswerden. Die weibliche Entführerin ist dagegen und sprengt das Haus in die Luft. Das Kind kommt frei. Saalfeld und Keppler streiten sich erst. Am Ende wollen sie ein Kind zeugen.

Und vor allem: Um was ging es nicht?

Der richtige Vater des entführten Kindes ist Mitglied einer seltsamen Gebetsgruppe. Spielt aber keine Rolle. Der richtige Vater des entführten Kindes ist taubstumm. Spielt aber keine Rolle. Keppler wendet sich mit philosophischen Fragen an das Publikum. Bleibt aber folgenlos. Kepplers Waschmaschine ist kaputt. Macht aber auch nichts. Die Entführerin zieht in einer theatralischen Szene ihre blonde Perücke ab. Versteht man aber auch nicht so richtig.

Fehlbesetzung des Jahres

Jens Albinus ist eigentlich "Der Adler". Einer der coolsten Ermittler der jüngeren TV-Geschichte. Der smarte Däne hat die Physis eines Halbschwergewichts-Boxers und einen Sixpack, der sogar unseren RP-ONLINE-Fitness-Guru Uwe Felten alt aussehen lässt. In "Niedere Instinkte" spielt er einen asthmakranken, psychisch labilen Verlierer. Glaubt man alles nicht so richtig.

Werden wir den Leipziger "Tatort" vermissen?

Eher nicht. Ob es nun an den schwachen Drehbüchern oder an den oftmals kritisierten Fähigkeiten von Simone Thomalla lag, spielt eigentlich keine Rolle. Apropos Thomalla: Die Schauspielerin will künftig mehr Zeit mit ihrem Freund Simon Heinevetter verbringen. Und so nimmt alles irgendwie doch ein gutes Ende.

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