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Symbolische Strafe für DJ
Taylor Swift gewinnt Prozess um sexuellen Übergriff

Taylor Swift gewinnt Prozess um sexuellen Übergriff vor vier Jahren
Taylor Swift während eines Auftritts in Texas im Oktober. FOTO: afp
Denver . Die US-Popsängerin Taylor Swift hat den Prozess um einen sexuellen Übergriff gegen einen Radio-Moderator gewonnen. DJ David Mueller muss ihr einen Dollar als symbolische Strafe zahlen.

Nach vierstündigen Beratungen sprachen die acht Geschworenen Swift am Montag jenen symbolischen Dollar zu, den sie von David Mueller eingefordert hatte. Die Jury entschied, dass der frühere Radiomoderator und DJ sie bei einem Fototermin im Jahr 2013 gegen ihren Willen am Po anfasste. Die Mutter der Sängerin und ein Mitarbeiter hätten zudem das Recht gehabt, die Vorgesetzten von Mueller nach dem Vorfall zu kontaktieren.

Mueller hatte von Swift bis zu drei Millionen Dollar Schadenersatz verlangt und argumentiert, es handele sich um einen fälschlichen Vorwurf, der ihn den Job gekostet habe. Bereits vor den Schlussargumenten hatte der Richter Muellers Klage verworfen und erklärt, dieser sei daran gescheitert, zu beweisen, dass Swift die Entlassung Muellers angestrebt habe.

Von Beginn an hatte Swift die Situation als einen aus ihrer Sicht sehr deutlichen Fall von sexuellem Übergriff beschrieben. "Es war definitiv ein Hinfassen. Ein sehr langes Hinfassen", sagte sie vergangene Woche im Zeugenstand. Mueller sei damals an ihrer blanken Pobacke hängengeblieben, während sie von ihm weggerückt sei. Von dem Vorfall gab es ein Foto, weil die beiden und die damalige Freundin Muellers für ein Bild posiert hatten.

Sängerin will Geld spenden

Ein Gerichtszeichner zeigt Fotografen vor dem Gericht in Denver seine Sketche aus dem Saal. FOTO: rtr, RTW/FL

Taylor Swift hatte nur auf eine symbolische Entschädigung gepocht. Ihrem Anwalt zufolge wollte sie allen Frauen zeigen, dass man sich gegen sexuellen Missbrauch wehren kann.

Nach ihrem Sieg hat die Popsängerin die Hoffnung geäußert, mit ihrer Klage Opfern in ähnlichen Situationen geholfen zu haben. Deren Stimmen sollten ebenfalls gehört werden, sagte sie  in einer Stellungnahme, und betonte, sie wisse, dass ihre Position privilegiert sei. Sie werde Geld an Organisationen spenden, die Opfern von sexuellen Übergriffen bei der juristischen Verteidigung helfen, kündigte Swift an.

(juju/ap/dpa)
 
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