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Gutachten: Trompeten-Wunderkind blies kaum selber: Trompeterkrieg gegen Mross: Kläger sieht sich bestätigt

zuletzt aktualisiert: 12.03.2001 - 15:23

Detmold/Frankfurt (rpo). Er ist der der Traum aller Schwiegermütter, der Trompetertitan. Bis jetzt. Denn ein Gutachten droht Volksmusik-Star Stefan Mross nun in eine peinliche Situation zu bringen. Im so genannten "Trompeterkrieg", bei dem es um sechs Mross-Stücke geht, für die von einem anderen Musiker eingespielte Trompetenstimmen benutzt worden sein sollen, tauchte nun ein Gutachten auf, wonach Mross´ eigenes Blasen im fraglichen Liedgut eigentlich kaum zu hören sei.

Das Gutachten der Musikhochschule Detmold habe belegt, dass die Hauptstimme in sechs umstrittenen Musikstücken zum größten Teil nicht von Mross selbst, sondern von dem belgischen Studio- Trompeter Alexandre Malempre stamme, berichtet die "Dresdner Morgenpost" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf den Profi-Musiker selbst. Mross´ Spiel sei nur "hier und da" in die Aufnahmen gemixt. Mross Anwälte zweifeln das Gutachten des Musikwissenschaftlers Max Sommerhalder an und werfen ihm einen Mangel an Realitätsbezug vor.

Es zeige zudem wenig Kenntnis von den international üblichen Produktionsweisen der Musikindustrie, meinen die Anwälte. Malempre verlangt von Mross und seiner Produktionsfirma Montana in einem Zivilprozess vor dem Frankfurter Landgericht Schadensersatz, weil er über die Verwendung seiner Trompeten-Einspielungen getäuscht worden sei.

Der in Karben bei Frankfurt lebende Malempre selbst sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag: "Ich kann aufatmen inzwischen." Zum Inhalt des Gutachtens wolle er sich vor einer Pressekonferenz seines Anwalts Bernd Dietrich am Dienstag nicht weiter äußern. Er verstehe bis heute nicht, warum Mross-Manager Hans Beierlein sich nicht auf einen Vergleich eingelassen habe. "Er musste wissen, was da rauskommt." Stattdessen habe der Musikmanager seinen Einfluss genutzt, um ihm und anderen Musikern zu schaden, die sich kritisch über die Trompetenkünste von Stefan Mross geäußert hatten.

Beim Vorspielen in Detmold im Juli vergangenen Jahres habe ein sehr gespanntes Verhältnis zwischen Mross und ihm geherrscht, sagte Malempre weiterhin. Ein Mitarbeiter des Instituts hatte nach dem Vorspielen von sehr unterschiedlichen Merkmalen der Spielweise gesprochen, die eine eindeutige Identifizierung der Stimmen erleichtere. In dem Rechtsstreit geht es um sechs Mross-Stücke, für die von Malempre eingespielte Trompetenstimmen benutzt worden sein sollen. Trotz der vollständigen Abtretung der Rechte an diesen Einspielungen sieht sich Malempre über die Verwendung getäuscht.

Quelle: RPO Archiv

 
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