Gutachter bestätigt Blaskünste von Stefan Mross: Trompeterstreit geht weiter
zuletzt aktualisiert: 11.09.2001 - 18:12Detmold/Berlin (rpo). Der Trompeterstreit um den Volksmusik-Star Stefan Mross geht weiter. Der Berliner Musikwissenschaftler Hans-Peter Reineke glaubt fest an die Blaskünste des Volksmusikers. Er bezeichnete ein Gutachten als "abenteuerlich", das die musikalischen Fähigkeiten von Mross anzweifelt.
In dem Gutachten hatte der Detmolder Musikwissenschaftler Max Sommerhalder dem 25 Jahre alten Volksmusik- Star "feld-, wald- und wiesenmäßiges" Trompetenspiel attestiert. Reineke sagte dazu: "Entscheidend ist, dass Mross auf den CD´s gespielt hat. Und das hat er."
Zwischen Mross und dem Studiotrompeter Alexandre Malempre tobt seit 1999 ein erbitterter Rechtsstreit. Der Belgier Malempre behauptet, dass Mross auf einigen seiner 1995 und 1996 zusammen mit Partnerin Stefanie Hertel aufgenommenen CD´s nur die Begleitmusik liefert, die musikalische Hauptleistung jedoch von dem Studiomusiker erbracht werde. Vertraglich habe er sich aber lediglich zum Zuliefern der Hintergrundstimmen verpflichtet. Der Prozess ist vor dem Landgericht Frankfurt am Main anhängig. Im Zuge des Verfahrens hatten im Frühjahr vergangenen Jahres beide Musiker bei Sommerhalder in Detmold vorspielen müssen.
Reineken erklärte in seiner in Auftrag von Mross-Anwalt Fidelio Unger erstellten Stellungnahme zu dem Gutachten Sommerhalders, eine qualitative Wertung der Trompetenkünste von Stefan Mross sei mit den von Sommerhalder angewandten Methoden gar nicht möglich. Der qualitative Vergleich zwischen Mross und Malempre sei auch gar nicht relevant. "Das Produkt Stefan Mross ist ein Designprodukt", sagte Reineke. Der Begriff "Kunst" sei in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platze. "Es geht nicht um Kunst, es geht um ein bisschen Volksmusik", sagte der Musikprofessor. "Dass er die erste Trompete in einem philharmonischen Orchester angeboten bekommt, ist nicht nur unwahrscheinlich, sondern auch gar nicht angestrebt."
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