Promis stellen Strafanzeige wegen Anlagebetrug: TV-Stars in Immobilienskandal verwickelt
zuletzt aktualisiert: 10.09.2000 - 15:14Hamburg (AP). Mehrere Prominente wie Schauspieler Fritz Wepper und Schlagersänger Jürgen Drews sind nach Informationen der "Bild am Sonntag" Opfer eines Immobilienskandals geworden. Wepper und Drews gehören dem Bericht zufolge mit den Schauspielern Peter Bond, Katerina Jacob und deren Mutter Ellen Schwiers zu über 40 Anlegern, die in steuerbegünstigte Altbausanierungen in Berlin im Gesamtvolumen von fast 60 Millionen Mark investierten.
Die Versprechen des Anlageberaters hätten sich nicht erfüllt, so dass nun nach Angaben der Anwälte die Zahlungsaufforderungen an die Anleger nicht mehr abrissen. Diese wollen jetzt Strafanzeige wegen Betrugs erstatten.
"Wir fühlen uns arglistig getäuscht", sagte Jürgen Drews der Zeitung. Den Anlegern seien vor der Umwandlung der mehrstöckigen Mietshäuser in Eigentumswohnungen bis zu 30 Mark Mieterlöse pro Quadratmeter versprochen worden. Daneben seien schnelle Fertigstellung und keine Probleme mit den bisherigen Mietern zugesichert worden. Daraufhin hätten die Anleger eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet und mehrere Fonds für Häuserkauf und Renovierungskosten eingerichtet.
Doch nach Angaben des Münchner Rechtsanwalts Michael Scheele kommen die Bauarbeiten nicht voran. "Immer wieder müssen die Anleger Geld nachschießen." Zudem würden die vorgegebenen Mieten nicht erzielt, und Wohnungen stünden leer. "Das Verhalten der Banken ist ein Skandal. Die hätten die Anleger darüber informieren müssen, dass die versprochenen Mieten niemals zu realisieren sind", sagt Anwalt Volker Thieler. Seine Mandanten würden Strafanzeige wegen Betrugs stellen. Der verantwortliche Anlageberater hat der Zeitung zufolge inzwischen Konkurs angemeldet und sitzt in Untersuchungshaft.
Nach Angaben der "Bild am Sonntag" birgt die Rechtsform GbR besondere Risiken. Der Anleger hafte unbegrenzt für die Gesellschaft mit seinem Privatvermögen. Weil im Fall der Berliner Immobilien mehrere Mitglieder der Gesellschaft ihre Zahlungen bereits eingestellt hätten, müssten nun die anderen einspringen. Jacob sei am 6. September mit anderen Anlegern aufgefordert worden, weitere 40.000 Mark nachzuschießen. "Meine Mutter und ich sind völlig fertig", sagte Jacob. "Wir sind auf gemeine Betrüger reingefallen."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







