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Köln
Ungleichheit unter Kindern wächst

Köln. Laut Unicef ist die Situation von Kindern in Israel besonders schlecht.

Die soziale Ungleichheit für Kinder in Ländern mit einem hohen Durchschnittseinkommen nimmt zu. In 19 von 41 Industrieländern lebt inzwischen mehr als jedes zehnte Kind in einem Haushalt, dem weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens zur Verfügung steht, wie eine gestern in Köln veröffentlichte Studie des UN-Kinderhilfswerks zeigt.

Die Studie untersucht, wie weit Kinder aus den ärmsten Haushalten hinter ihren Altergenossen aus Haushalten mit mittleren Einkommen in Bereichen wie Bildung, Lebenszufriedenheit und Gesundheit zurückbleiben. Demnach bestehen zwischen Kindern in Dänemark am wenigsten soziale Unterschiede, in Israel am meisten. Gut stellt sich die Situation auch in Finnland und Norwegen dar. Deutschland nimmt mit Rang 14 einen Platz im oberen Mittelfeld ein, während neben Israel auch die Türkei einen hinteren Platz belegt. In jedem Land gaben Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren an, unzufriedener zu sein als Jungen.

Der Bericht zeige, dass das Wohlbefinden von Kindern nicht zwangsweise mit den individuellen Umständen oder der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes verknüpft sei, sondern von bestimmten politischen Maßnahmen beeinflusst werde, erklärte die Direktorin des Forschungszentrums Innocenti, Sarah Cook. Um die Situation zu verbessern, rät sie, die Einkommen der Haushalte der ärmsten Kinder zu schützen, die Situation für benachteiligte Kinder in der Ausbildung zu verbessern, einen gesunden Lebensstil für alle Kinder zu fördern und das subjektive Wohlbefinden von Kindern ernstzunehmen.

Bei der Einkommensungleichheit unter Kindern liegt Deutschland mit Platz zwölf im oberen Drittel. Im Bereich Bildung bleiben dagegen den Angaben zufolge nach wie vor zu viele Kinder zurück. Deutschland belegt Platz 28 im Vergleich von 37 Ländern, für die Daten vorliegen.

Auch bei der Lebenszufriedenheit seien die Unterschiede in Deutschland stark ausgeprägt, hieß es. Während die meisten Kinder ihre Lebenszufriedenheit auf einer Skala von eins bis zehn mit acht angaben, fallen die Kinder aus armen Elternhäusern weit zurück.

Die Berechnungen der Studie "Fairness für Kinder" basieren unter anderem auf Daten der EU-Statistikbehörde, auf nationalen Einkommensuntersuchungen sowie Datensätzen des OECD-Programms Pisa.

(kna/epd)
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