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Russland
Unglücke fordern mehr als 80 Opfer

Russland. In Russland starben beim Absturz einer Boeing 737 alle 62 Menschen an Bord. In Spanien kamen bei einem Busunglück 13 Studenten ums Leben. In Brasilien stürzte ein Flugzeug in ein Haus. Sieben Menschen wurden getötet.

Russland trauert um 62 Opfer einer Flugzeugkatastrophe in Rostow am Don. Eine Boeing 737-800 aus Dubai stürzte am Samstag bei Sturm auf den Flughafen der Millionenstadt 1000 Kilometer südlich von Moskau. Die Maschine zerschellte in einem Feuerball, Überlebende gab es nicht. Das Unglück geschah, als der Pilot einen zweiten Landeanflug in schwerem Wetter abbrechen wollte. Während Experten gestern nach der Ursache suchten, legten Trauernde in Rostow Blumen nieder und verharrten schweigend vor Tafeln mit den Namen der Opfer.

Die Maschine gehörte dem Billigflieger FlyDubai, nach dessen Angaben 55 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder an Bord waren. Die meisten waren russische Touristen auf dem Heimflug vom Persischen Golf. Im Flughafengebäude kümmerten sich Notfallärzte und Psychologen um verzweifelte Angehörige. Die zwei Flugschreiber der fünf Jahre alten Boeing wurden gefunden und zur Auswertung nach Moskau gebracht. Die Geräte seien von außen beschädigt, das Auslesen der Daten könne nicht sofort beginnen, sagte ein Vertreter der Moskauer Luftfahrtaufsichtsbehörde MAK.

Der Sturm über Südrussland in der Nacht auf Samstag traf mehrere Flugzeuge. Einige landeten in Rostow - wobei Passagiere hinterher berichteten, sie hätten in den Böen Todesangst ausgestanden. Ein Airbus der russischen Aeroflot aus Moskau versuchte dreimal zu landen und wich dann nach Krasnodar aus, etwa 250 Kilometer entfernt. Dorthin wurde auch ein Flugzeug von Czech Airlines aus Prag umgeleitet. Eine Maschine aus Istanbul kehrte um.

Die Boeing aus Dubai hatte der Pilot nach einem missglückten Anflug zunächst zwei Stunden über der Region kreisen lassen, er hielt mit dem Tower Kontakt wegen der Wetterlage. Eigentlich habe der Kapitän auch den verhängnisvollen zweiten Anflug abbrechen wollen, berichtete der TV-Sender Rossija24. "In dem Moment, als er eine weitere Schleife fliegen wollte, ist etwas geschehen, und die Maschine ist abgestürzt", sagte ein Korrespondent. Gegen 3.40 Uhr Ortszeit (1.40 Uhr MEZ) schlug die Maschine steil mit dem Bug voran 250 Meter von der Landebahn entfernt auf. Nach russischer Einschätzung könnte der Absturz durch Seitenwindböen, einen technischen Defekt oder Pilotenfehler ausgelöst worden sein.

Als Soforthilfe stellte die Fluggesellschaft den Familien jedes getöteten Passagiers 20.000 Dollar in Aussicht. Die Fluggäste waren nach Angaben von FlyDubai 33 Frauen, 18 Männer und 4 Kinder. Neben Russen saßen acht Ukrainer, zwei Inder und ein Usbeke in der Maschine.

Spanien Bei einem schweren Busunglück in Spanien sind 13 Studenten ums Leben gekommen. Etwa 30 Menschen in dem Reisebus wurden bei dem Unfall in der Nähe von Tarragona im Nordosten des Landes schwer verletzt, 13 weitere kamen mit leichten Blessuren davon. Das gab der katalanische Innenminister Jordi Jané gestern an der Unglücksstelle bei der Ortschaft Freginals bekannt. Bei den Toten handele es sich ausschließlich um Studentinnen aus dem Ausland. Die Herkunft der Opfer war zunächst nicht bekannt. "Wir können derzeit nicht ausschließen, dass auch Deutsche betroffen sind", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Laut der katalanischen Rettungsdienste waren Deutsche unter den Fahrgästen. Insgesamt sollen die Studenten aus 19 Ländern stammen.

Der Bus war kurz vor Morgengrauen mit 57 Menschen an Bord auf einer Autobahn auf die Gegenfahrbahn geraten, mit einem anderen Fahrzeug zusammengeprallt und auf die Seite gestürzt. Alles deute darauf hin, dass menschliches Versagen des Fahrers die Ursache des Unglücks gewesen sei, sagte der katalanische Minister Jané. Im Bus waren Erasmus-Studenten, die einen Ausflug zum Abschluss des Volksfestes "Las Fallas" in Valencia unternommen hatten. Das Unglück ereignete sich auf der Rückfahrt nach Barcelona. Die Veranstalter der Exkursion hatten nach Informationen des katalanischen Fernsehens TV3 insgesamt fünf Busse gechartert. Der Unglücksbus sei als das letzte Fahrzeug in der Kolonne gefahren, hieß es.

Nach Informationen des Innenministers war der Bus an den rechten Rand der Autobahn geraten. Der Fahrer habe dann das Steuer herumgerissen. Daraufhin sei der Bus auf die Gegenfahrbahn geraten, mit einem Personenwagen kollidiert und auf der Seite liegengeblieben. Zwei Menschen in dem Auto seien verletzt worden. Der Fahrer des Busses überstand das Unglück leicht verletzt. Ein Test auf Alkohol und Drogen habe keinen Befund ergeben, teilte die Justiz mit. Der Fahrer ist seit 17 Jahren für das Unternehmen im Einsatz und war nie in einen Unfall verwickelt.

Brasilien Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in der brasilianischen Metropole São Paulo sind sieben Menschen ums Leben gekommen. Die einmotorige Maschine krachte in ein Wohnhaus im nördlichen Vorort Casa Verde, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. Alle Menschen im Flugzeug starben - darunter ein bekannter brasilianischer Geschäftsmann und seine Familie sowie der Pilot. Die Bewohner des dreistöckigen Hauses konnten über den Hinterhof vor dem Feuer fliehen, das durch den Aufprall entfacht worden war. Unter ihnen sei eine Frau leicht verletzt worden.

Dutzende Feuerwehrkräfte und rund 15 Löschfahrzeuge wurden benötigt, um den Brand zu löschen, wie Einsatzleiter Hengel Pereira dem Portal G1 sagte. Der Feuerwehrmann sprach von einem "Flammenmeer". Schwarzer Rauch stieg über dem Absturzort in die Luft, wie Bilder von den Löscharbeiten zeigten. Der Treibstoff sei aus dem Flugzeug ausgelaufen, das Feuer habe auch auf der Straße gebrannt. Nach Angaben des Nachrichtensenders Globonews ist der ehemalige Präsident des Bergbaukonzerns Vale, Roger Agnelli, unter den Opfern. Mit ihm flogen seine Frau, der Sohn plus Freundin sowie die Tochter mit Ehemann. Die Maschine gehörte dem Manager. dpa

Quelle: RP
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