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Berlin
Unwetter verhageln Festival-Sommer

Berlin. Die Besucher des "Southside-Festivals" wurden nach Hause geschickt, das "Hurricane" wurde unterbrochen.

Wetterkapriolen mit Starkregen und Sturmböen haben in Deutschland vielerorts für enttäuschte Gesichter gesorgt. So ging der zweite Tag des "Hurricane"-Festivals im niedersächsischen Scheeßel ohne ein einziges Konzert zu Ende. Mehrere Unwetter mit heftigen Niederschlägen am Anreisetag Donnerstag hatten das Festival- und Camping-Gelände bereits unter Wasser gesetzt. Nachdem der Beginn des Programms am Samstag mehrmals verschoben worden war, sagten die Veranstalter die Konzerte für Samstag am Abend komplett ab. Einige Musikfans feierten bei der Aftershowparty trotzdem - in Matsch und Regen. Immerhin durften die Musikfans gestern doch noch bei Sonnenschein die letzten Live-Acts erleben.

Anders sah es für die Besucher der Parallelveranstaltung in Baden-Württemberg aus. Beim "Southside Festival" waren bereits am Freitagabend 82 Musikfans verletzt worden, davon kamen 25 laut den Veranstaltern leicht verletzt ins Krankenhaus. Das Festival wurde komplett abgebrochen. Das Gelände sehe "zermalmt" aus, so als sei jemand "mit einem Bagger darin herumgefahren - fürchterlich", sagte ein Gast.

Die Karl-May-Spiele von Bad Segeberg hielten bis zur Pause durch - danach war Schluss. Wegen des starken Regens war ein Weiterspielen in dem Freilichttheater unmöglich, wie die Veranstalter am Samstagabend entschieden. "Bei diesem sintflutartigen Regen, der da plötzlich einsetzte, konnten wir nur absagen", sagte Geschäftsführerin Ute Thienel später. Trotz der Unwetter tagsüber waren am Abend rund 7000 Zuschauer in die Arena am Kalkberg in Schleswig-Holstein gekommen. Blitz und Donner tobten auch in Bayern. In Straubing machte das schlechte Wetter den Besuchern eines Volksfestes einen Strich durch die Rechnung. Familien mit Kindern wurden am Samstagabend aufgefordert, nach Hause zu gehen. Bei den Rettungskräften in der Region gingen in der Zeit von 18.30 bis 22.30 Uhr rund 420 Notrufe ein, wie die Polizei mitteilte. Der Regen machte Straßen unbefahrbar und flutete Keller. Blitze schlugen in Gebäude. Kleinere Orte waren ohne Strom. In Rheinland-Pfalz führte sintflutartiger Regen dazu, dass Bäche teilweise meterhoch über ihre Ufer traten, Keller und Tiefgaragen überflutet wurden. Ein Regionalzug nahe Bacharach entgleiste am Samstagmorgen, als Starkregen Erde von einem Steilhang auf die Gleise spülte. Zehn Menschen wurden verletzt, der Lokführer schwer.

In Mittelosteuropa richteten Unwetter mit Hagel in der Nacht zum Sonntag ebenfalls größere Schäden an. In Polen rückten die Feuerwehren zu fast 2000 Einsätzen aus. In den kommenden Tagen soll es ruhiger werden.

(dpa)
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