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Inspektionen jetzt auch in Deutschland: US-Behörden: Airbus-Absturz "äußerst ungewöhnlich"

zuletzt aktualisiert: 17.11.2001 - 10:44

New York (rpo). Für Fachleute und Ermittler bleibt der Airbus-Absturz von New York ein Rätsel. Auch knapp eine Woche nach dem Unglück ist man sich nur über eines sicher: Dass man es mit einem "äußerst ungewöhnlichen" Absturz zu tun habe. Inspektionen von Airbus A300-Jets sind jetzt auch in Deutschland angeordnet worden.

"Wir haben keine Parallele", sagte die Leiterin der Nationalen Transport- und Sicherheitsbehörde NTSB, Marion Blakey, am späten Freitag (Ortszeit) in New York. "Es werden viele Monate vergehen, bis wir ein klares Bild haben."

Derweil ordneten Behörden in den USA, Deutschland und Frankreich an, die Leitwerke zahlreicher Maschinen zu prüfen. Betroffen ist vor allem der Unglücks-Typ A300-600. Die bisherigen Ermittlungen legen nahe, dass ein möglicher Materialdefekt des Seitenleitwerks den Absturz mitverursacht haben könnte. Die American-Airlines-Maschine riss am Montag 260 Menschen an Bord in den Tod; im Stadtteil Queens kamen vermutlich fünf Menschen ums Leben.

Ein Luftfahrtexperte am angesehenen Massachusetts Institute of Technologie (MIT) bei Boston, Professor John Hansman, rekonstruierte die letzten Minuten an Bord des Unglücks-Airbus. "Die Menschen wurden schrecklich durchgeschüttelt. Sie wurden (durch die Turbulenzen) von einer Seite zur anderen geworfen. Die Kraft, die sie zu spüren bekamen, war schlimmer als in einem Formel-Eins-Rennwagen", sagte Hansman der "New York Daily News". Der gleiche Airbus war 1994 schon einmal über der Karibikinsel Martinique in schwere Turbulenzen geraten. Dabei habe es 47 Verletzte gegeben.

Das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig wies am Freitag Kontrollen für 14 in Deutschland zugelassene Flugzeuge vom Typ Airbus A300-600 sowie 12 des etwas kleineren A310 an. Angaben zu den Fluggesellschaften machte das Amt nicht. Wie die französische Luftfahrtbehörde DGAC mitteilte, sind weltweit 407 Maschinen bei 30 Betreibern betroffen. Darunter fallen 242 Maschinen vom Typ A300-600 und 165 vom Typ A310.

Die Lufthansa überprüft nach dem Unglück sicherheitshalber die Leitwerke von 7 Maschinen des Typs A300 und alle 5 Flugzeuge des Typs A310. Die ersten Leitwerke hatten noch am Freitagabend mit Mikroskoptechnik untersucht werden sollen, wie eine Sprecherin in Frankfurt mitteilte. Die Kontrollen dürften bis Montag abgeschlossen sein. Die Flugzeuge haben laut Lufthansa Seitenleitwerksaufhängungen in Verbundbauweise aus Kohlefaser, die reparaturfrei und im Originalzustand sind. Andere europäische Airlines wie KLM, British Airways (BA), Virgin Atlantic und British Midland gaben an, sie hätten keine betroffenen Maschinen in ihrer Flotte. dpa op/pn/sm/go xx sp

Quelle: RPO Archiv

 
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