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Bonn
Vater kündigte an, Kinder aus dem Fenster zu werfen

Bonn. Der syrische Kriegsflüchtling, der in Lohmar seine drei Kinder aus dem Fenster geworfen hat, hatte damit nach Aussage seiner Frau schon vorher gedroht. Die Frau hatte ihn im Januar angezeigt, nachdem er sie mit einem Kochtopf ins Gesicht geschlagen hatte. Danach habe er zu ihr gesagt: "Falls du das noch mal machst, werde ich deine Kinder aus dem Fenster werfen." Sie habe das aber nicht ernst genommen, sagte die 31-jährige Syrerin gestern als Zeugin vor dem Landgericht Bonn.

Der 35-Jährige ist des dreifachen versuchten Mordes angeklagt. Die Kinder hatten den Sturz aus dem ersten Stock der Flüchtlingsunterkunft am 1. Februar dieses Jahres mit Verletzungen überlebt. Nach einem vorläufigen Gutachten ist der Mann schuldfähig. Sein Motiv war laut Anklage, dass er seine Frau bestrafen wollte, weil sie sich ihm in Deutschland nicht mehr bedingungslos unterordnen wollte. Die Frau musste ihn nach eigener Aussage heiraten, ohne ihn vorher zu kennen. Der Angeklagte ist ein Gemüsehändler, der nicht lesen und schreiben kann. Noch in Syrien habe er sie geschlagen, doch habe sie ihn nicht angezeigt, weil dort der Mann stets Recht bekomme.

Immer wieder habe es Streit gegeben, so auch an diesem Tag. Die Mutter sah nicht selbst, wie der Vater die Kinder aus dem Fenster warf. Sie habe die Kinder nur rufen hören und sei dann von einer Mitbewohnerin alarmiert worden. Als sie die verletzten Kinder vor dem Haus fand, glaubte sie zunächst an einen Verkehrsunfall. Die Mutter berichtete, dass die beiden älteren Kinder immer noch gesundheitliche Probleme hätten.

(dpa)
 
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