Taucher suchten Baggersee erfolglos ab: Verbrechen an vermisstem Mädchen nicht auszuschließen
zuletzt aktualisiert: 03.06.2000 - 18:04Heppenheim (AP). Bei der Suche nach einem seit Mittwochabend vermissten Mädchen aus dem südhessischen Bensheim zieht die Polizei nun stärker ein Verbrechen in Betracht. Sie hatte zunächst vermutet, dass die Sechsjährige in einem nahegelegenen See ertrunken sein könnte. Allerdings wurde ihre Leiche auch bei der dritten großen Tauchaktion am Samstag nicht gefunden, wie der zuständige Ermittler Andreas Kumpf von der Polizei Heppenheim mitteilte.
Die Polizei ermittle weiterhin in alle Richtungen, der Schwerpunkt verlagere sich nun aber auf den Verdacht eines Verbrechens.
Bereits an den beiden vorangegangenen Tagen hatten 35 Taucher vergeblich nach dem Mädchen gesucht. Kumpf sagte, der mit 28 Meter sehr tiefe Baggersee sei nun komplett abgetaucht. Die Stelle, an der am Donnerstag die Kleidung des Mädchens gefunden wurde, sei sogar vier bis fünf Mal überprüft worden. Auch das Ufer des Sees sei im Umkreis von 30 Metern durchkämmt worden, ebenfalls vergeblich.
Zur Zeit würden noch die Befragungen von Anwohnern und anderen möglichen Zeugen ausgewertet. In den nächsten Tagen würden die Beamten dann entscheiden, wo die Ermittlungen am Erfolg versprechendsten ansetzen könnten.
Die aus Zaire stammenden Eltern hatten die Tochter am Mittwochabend um 23.00 Uhr als vermisst gemeldet. Sie hatte zusammen mit ihrem neunjährigen behinderten Bruder und einer dreijährigen Schwester auf dem Naherholungsgelände in der Nähe der elterlichen Wohnung gespielt. Die drei Kinder waren dort gesehen worden. Die Geschwister des Mädchens kehrten wohlbehalten zu den Eltern zurück. Für die Polizei verwertbare Angaben zum Verbleib der Schwester konnten sie nicht machen.
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