Tausende übernachten im Freien: Versorgung der Erdbebenopfer auf Hochtouren
zuletzt aktualisiert: 04.02.2002 - 13:50Istanbul (rpo). Nach dem starken Erdbeben in der Westtürkei steht die Versorgung der Opfer im Vordergrund. Die Nacht zum Montag mussten Tausende bei eisiger Kälte im Freien verbringen.
Mit 45 Toten hatte sich die Zahl der Opfer bis Montagmittag nicht weiter erhöht. Nach Angaben des türkischen Gesundheitsministers Osman Durmus wurden inzwischen alle Verletzten im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Afyon zusammengeführt. Nur noch vier der 210 Verletzten würden in der Intensivstation behandelt. Das Beben der Stärke 6 auf der Richterskala hatte am Sonntagmorgen mehr als 150 Häuser beschädigt oder zum Einsturz gebracht.
Die Erdbebenwarte in Istanbul registrierte innerhalb von 24 Stunden insgesamt 493 Nachbeben, von denen die stärkeren Werte zwischen 3 und 5 auf der Richterskala erreichten. Nachdem in einigen Ortschaften Klage über das Fehlen von Zelten laut geworden war, versicherte Gesundheitsminister Durmus am Montag, dass "von heute an jeder in einem kälteisolierten Zelt unterkommen" werde. Für die Versorgung der Erdbebenopfer habe die Regierung 600 Milliarden Lira (rund 530 000 Euro) aus einem Unterstützungsfonds ins Krisengebiet geschickt.
Anders als vor zwei Jahren bei dem letzten großen Beben im Nordwesten der Türkei bescheinigten die türkischen Medien der Regierung diesmal, schnell gehandelt zu haben. Während die Opfer damals noch nach drei Tagen verzweifelt um Hilfe gerufen hätten, seien die Retter diesmal drei Stunden nach dem Beben vor Ort gewesen. Der türkische Städtebauminister Abdülkadir Akcan kündigte an, dass innerhalb von zwei Wochen alle Schäden aufgenommen und die Trümmer beseitigt sein würden.
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