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Düsseldorf
Viele Glatteisunfälle in NRW

Sieben Fahrtipps bei Schnee und Glatteis
Sieben Fahrtipps bei Schnee und Glatteis FOTO: ADAC
Düsseldorf. Auf der A 52 stießen insgesamt sieben Autos zusammen. Lebensgefährlich verletzt wurden vier Menschen bei einem Unfall nahe Bergneustadt. Hoch "Benno" beschert weiter eisige Temperaturen. Milder wird es erst zum Wochenende.

Winterliche Verhältnisse haben am Samstagabend und in der Nacht zu gestern in Nordrhein-Westfalen zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. Auf schnee- oder eisglatten Straßen vor allem in Ostwestfalen-Lippe, aber auch in anderen Landesteilen, kamen viele Autos ins Rutschen. Es blieb jedoch zumeist bei Sachschäden und leichten Blessuren.

Durch Hagel und Schnee hatte sich in der Nacht zu gestern auf der Autobahn 52 in Höhe des Grenzübergangs zwischen Roermond und Elmpt eine Eisdecke gebildet. Dadurch kam es in kurzer Zeit zu mehreren Unfällen, an denen insgesamt sieben Pkw beteiligt waren. Vier Menschen mussten verletzt in Krankenhäuser gebracht werden. Auf der A 52 bildete sich ein Stau über mehrere Kilometer, der sich bis zum Morgen wieder aufgelöst hatte.

Bei einem Unfall auf der A 4 bei Bergneustadt wurden am Samstag vier Menschen lebensgefährlich verletzt. Ein 47-Jähriger verlor bei eisglatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto und kollidierte mehrfach mit der Seitenschutzplanke. Erheblich beschädigt kam der Wagen auf dem Seitenstreifen zum Stehen. Die beiden Insassen konnten das Fahrzeug laut Polizei verlassen. Unmittelbar danach geriet der Wagen von zwei Senioren an gleicher Stelle außer Kontrolle und prallte frontal gegen die Leitplanke. Anschließend kollidierte der Wagen mit dem Auto der beiden bereits Ausgestiegenen. Diese wurden von ihrem eigenen Wagen getroffen und auf die Fahrbahn geschleudert.

Im Kreis Düren zählte die Polizei ein Dutzend Unfälle. Eine Landstraße musste wegen Unbefahrbarkeit vollständig gesperrt werden, bis Streudienste die Glätte auflösten.

Gleich zwei Dutzend Unfälle meldete die Polizei im Kreis Minden-Lübbecke. Die Schäden gehen in die Zehntausende, aber nur zwei Menschen wurden leicht verletzt. Grund war auch hier Eisglätte, in einem Fall kam dann noch Alkohol dazu. Mit Alkohol aufs Glatteis - das ging auch in Hamm nicht gut, wo ein 28-Jähriger nach einem Unfall nicht nur sein Auto, sondern auch seinen Führerschein los war.

Einen Schwerverletzten brachten die Retter in Steinfurt ins Krankenhaus. Der 22-Jährige, der keinen Führerschein hat, war von der Straße in einen Graben gerutscht.

Der Bahnverkehr wurde durch Eis und Schnee ebenfalls beeinträchtigt. Auf den Strecken Hannover-Berlin und Würzburg-Fulda fuhren Schnellzüge angesichts der Witterung mit maximal 200 Kilometern pro Stunde, wie eine Bahnsprecherin sagte. Möglich sind bis zu 300 Kilometer pro Stunde. Reisende mussten demnach Verspätungen von 30 bis 40 Minuten in Kauf nehmen. Auf der Strecke der Schwarzwaldbahn kippte ein Baum unter der Schneelast um, so dass zwischen Triburg und Hornberg keine Züge fahren konnten. Reisende mussten auf andere Verbindungen umsteigen.

Die größten Schneehöhen meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Schwarzwald und in den Alpen. Im Nordwesten Deutschlands bildete sich bei Temperaturen um den Nullpunkt eine Schneedecke von mehr als zehn Zentimetern.

Der Wintereinbruch hat mancherorts auch zu Streitigkeiten geführt. In Ulm hat ein Mann eine Spaziergängerin im Zank um den Winterdienst mit einer Schneeschaufel angegriffen. Die Frau war mit ihrem Hund unterwegs. Dabei forderte sie den Mann auf, auf dem Gehweg vor seinem Haus Schnee zu schippen, wie die Polizei mitteilte. Daraufhin rastete er aus, stieß die Fußgängerin zu Boden und drückte ihr die Schneeschaufel auf die Brust. Er ließ dann aber von ihr ab.

In Bulgarien haben intensive Schneefälle, Stürme, Lawinen und Hochwasser zu Chaos geführt. Tausende Menschen mussten ohne Strom auskommen. Grenzübergänge und viele Landstraßen waren nicht passierbar. Im Süden des Landes wurde wegen Hochwassers der Notstand ausgerufen.

Zwar hat sich "Gudrun" inzwischen über Tschechien aufgelöst. Die hinter dem Tief eingeschlossene kalte Meeresluft drückt aber weiterhin auf die Temperaturen. Bis Freitag bleiben die Minusgrade in weiten Teilen Deutschlands bestehen. Hoch "Benno" bringt zum Wochenstart zudem viel Nebel. Nur in den Niederungen entlang des Rheins ist tagsüber mit mehr als null Grad zu rechnen. Nachts sacken die Temperaturen auf minus fünf bis minus 15 Grad ab. In Gebirgstälern soll es sich auf bis zu minus 20 Grad abkühlen. Milderes Wetter wird erst zum Wochenende erwartet.

(dpa/RP)
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