Täter begeht Selbstmord: Vier Tote bei Amoklauf in Ludwigshafen
zuletzt aktualisiert: 15.05.2003 - 18:05Ludwigshafen (rpo). Amoklauf in Ludwigshafen: Ein 69-jähriger Italiener hat in einer Arztpraxis zwei Mediziner erschossen. Später richtete sich der Täter selbst. In seiner Wohnung entdeckte die Polizei kurz darauf die Leiche der Ehefrau.
Wie der Frankenthaler Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig erklärte, liegt das Motiv möglicherweise in einer misslungenen Therapie. Aus Sicherheitskreisen verlautete, das Ehepaar sei bei den Internisten in Behandlung gewesen.
Der Rentner ging gegen 11.00 Uhr mit einer großkalibrigen Pistole in eine Gemeinschaftspraxis im Ludwigshafener Stadtteil Süd, wo er auch wohnte. Er fragte in der Praxis im Erdgeschoss nach einem 45-jährigen Internisten. Als dieser ihm im Flur entgegen kam, feuerte er mehrere Schüsse ab. Der Arzt starb noch am Tatort, wie das Polizeipräsidium Rheinpfalz und die Staatsanwaltschaft Frankenthal mitteilten.
Der 69-Jährige fuhr danach mit einem älteren Daimler Benz zu einer anderen Praxis in demselben Stadtteil. Gegen 11.20 Uhr fragte er an der Rezeption im zweiten Obergeschoss nach einem 37-jährigen Internisten. Den Hinweis einer Arzthelferin, jetzt nicht stören zu können, ignorierte er. Er öffnete die Tür zu einem Behandlungszimmer und feuerte mehrere Male auf den Arzt. Der Internist starb später in einer Klinik.
Die Polizei war um 11.02 Uhr per Notruf aus der ersten Praxis alarmiert worden. Auf Grund von Zeugenangaben konnte sie den Wagen des 69-Jährigen kurze Zeit später im Stadtteil Hemshof stoppen. Mehrere Streifenwagen keilten den Mercedes ein. Vor der Festnahme schoss sich der 69-Jährige ins Herz und starb.
Erinnerung an Ermordung von HNO-Arzt 1999
Die Ermittler fuhren zur Wohnung des Rentners, brachen die verschlossene Tür auf und fanden die 71 Jahre alte Ehefrau des Italieners erschossen auf. Die Polizei geht davon aus, dass sie das erste Opfer ihres Mannes geworden ist. Sie war bei beiden Ärzten, die erschossen wurden, in Behandlung gewesen, ihr Mann nur bei dem 45-Jährigen.
Am Freitag sollen die Leichen obduziert werden. Die Ludwigshafener Polizei hat eine Sonderkommission gebildet.
Die Bluttat des 69-Jährigen erinnert an die Ermordung des Chefs der Ludwigshafener Hals-Nasen-Ohren-Klinik vor knapp vier Jahren. Der Mediziner war am 27. Mai 1999 von einem ehemaligen Patienten erschossen worden, weil dieser nach einer Operation seine Nase als zu hässlich empfand. Der damals 26-jährige Türke wurde im November 1999 zu lebenslanger Haft verurteilt.
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