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Vier Tote bei Buschbränden in Australien - deutsche Opfer nicht ausgeschlossen

Sydney . Obwohl in Australien Frühling ist, wüten dort Buschfeuer. Einer oder mehrere der vier Toten könnten möglicherweise aus Deutschland stammen.

Bei verheerenden Buschbränden in Westaustralien sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, darunter drei Ausländer. Nach Angaben von Landwirten, die zusammen mit den Behörden gegen die Flammen kämpften, handelt es sich bei den jungen Leuten möglicherweise um zwei Frauen und einen Mann aus Deutschland. Sie hätten als Saisonarbeiter auf Farmen gearbeitet. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Nach Medienberichten sollen die drei mit ihrem Auto von den Flammen überrascht worden und wegen der dichten Rauchentwicklung gegen einen Baum gefahren sein.

Der vierte Tote sei ein australischer Farmer, der in seinem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, um Nachbarn vor dem Feuer zu warnen, hieß es beim Sender ABC. Er sei ebenfalls in seinem Auto ums Leben gekommen, hieß es. Frühe Berichte über zwei weitere Todesopfer erhärteten sich zunächst nicht. Die Flammen wüteten vor allem an der Südküste des Bundesstaates Western Australia, in der Nähe der Kleinstadt Esperance.

Identifikation könnte noch Tage dauern

Ein Polizeisprecher sagte, es könne noch mehrere Tage dauern, bis die Leichen identifiziert und die Angehörigen informiert seien. Erst dann würden Einzelheiten veröffentlicht. Jedoch bestätigte ein Sprecher der Lokalregierung, dass es sich bei drei der Toten um Ausländer handele. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, es stehe in engem Kontakt mit den australischen Behörden. Das dortige Generalkonsulat bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung.

Die Brände waren am Dienstag vermutlich durch Blitzeinschläge ausgelöst und durch die große Hitze in der Region und starke Winde weiter angefacht worden. Feuerwehrsprecher Wayne Gregson sagte, die Situation sei "katastrophal und unaufhaltsam". Augenzeugen sprachen von einem "Inferno". Rund 200 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen an.

Die Polizei forderte die Menschen in der Region auf, ihre Häuser zu verlassen, um der 70 Kilometer langen Feuerfront zu entkommen. Drei Gebäude seien den Flammen bereits zum Opfer gefallen, zitierte ABC einen Mitarbeiter der Einsatzkräfte. Viele Menschen hätten in einer Schule in Esperance Zuflucht gesucht. Der Ort sei von den Buschbränden derzeit nicht bedroht.

Jedoch seien riesige Flächen an Vegetation verbannt: "Es ist die totale Zerstörung, auf beiden Seiten der Straße, da ist nichts mehr", erklärte Feuerwehrinspektor Trevor Tasker. Die Grundschulen in der betroffenen Region sollen bis zur kommenden Woche geschlossen bleiben.

Premierminister Malcolm Turnbull, der sich derzeit beim Apec-Gipfel auf den Philippinen aufhält, zeigte sich geschockt. "Der Sommer ist - wie wir wissen - oft eine sehr schwierige und gefährliche Zeit in Australien", sagte er und sprach von einem "tragischen Vorfall".

Viele Jugendliche und Studenten - auch aus Deutschland - finanzieren sich ihre Reise durch Australien, indem sie auf Höfen als Obstpflücker arbeiten oder bei der Gemüseernte auf den Feldern helfen. Oft sind sie dabei in weit entlegenen Gebieten tätig, dem sogenannten Outback.

Buschbrände brechen in Australien regelmäßig bei hohen Temperaturen aus. In der südlichen Hemisphäre herrscht derzeit noch Frühling, dennoch stieg die Temperatur vielerorts bereits auf fast 40 Grad.
Besonders heftige Feuer tobten 2009 im Bundesstaat Victoria. Damals starben mehr als 170 Menschen.

(dpa/tojo)
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