Probleme bei Evakuierung: Vulkanausbruch in Mexiko befürchtet
zuletzt aktualisiert: 17.12.2000 - 19:56Mexiko-Stadt (dpa). Aus Angst vor einem Ausbruch des Vulkans Popocatepetl haben die mexikanischen Behörden mehr als 40 000 Menschen dazu aufgerufen, ihre Häuser in der Gefahrenzone zu verlassen. Bisher hätten sich aber erst knapp 6 200 Personen in den Notunterkünften eingefunden, meldeten die Zeitungen am Sonntag.
22 Orte im Umkreis von 12 Kilometern um den Vulkan sollten bis zum Sonntagmorgen (Ortszeit) evakuiert werden. Der 70 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt gelegene Vulkan stieß wie schon in den Tagen zuvor auch am Sonntag Asche, Sand und Wasserdampf aus. Obwohl die Aktivität des 5 452 Meter hohen Popocatepetl am Samstag drastisch zurückgegangen war, forderte das Amt für Katastrophenschutz alle in der Gefahrenzone lebenden Menschen auf, ihre Wohnungen zu räumen.
Die nächsten 48 Stunden würden "entscheidend", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Er warnte davor, sich durch die relative Ruhe am Krater des Feuer speienden Berges in die Irre führen zu lassen. Die Ruhe könnte auch das "Vorspiel" einer großen Explosion sein, meinte er. Viele Anwohner wollten ihre Häuser aus Angst vor Plünderern dennoch nicht verlassen. "Es passiert gar nichts. Und wenn wir sterben müssen, dann sterben wir eben", sagte ein Dorfbewohner aus der Region Puebla.
Beobachtungen hatten ergeben, dass sich in dem Krater eine Art Pfropfen bildet, der zu einem Druckanstieg im Inneren des Vulkans führt. Deshalb befürchteten Wissenschaftler einen Ausbruch. In Schulen wurden Notunterkünfte eingerichtet. Ascheregen aus dem Popocatepetl hatte in den vergangenen Tagen Mexiko-Stadt und umliegende Gebiete mit einem grauen Staubteppich überzogen. Auf dem Flughafen der mexikanischen Hauptstadt mussten Dutzende Flüge gestrichen werden.
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