Für Jeden ist es etwas anderes: "Was ist Glück?" - Promis antworten
zuletzt aktualisiert: 28.05.2002 - 15:08Hannover (rpo). "Was ist Glück?" - Diese Frage haben 16 Promis im Auftrag der evangelischen Kirche beantwortet. Für Eisschnellläuferin Anni Friesinger bedeutet Glück "Zufriedenheit und Harmonie - und wenn die mir liebsten Menschen um mich sind." Tagesspiegel-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo fürchtet, Glück sei "meistens ein Zustand, den man erst dann zu beschreiben und zu erkennen vermag, wenn man ihn verloren hat".
Für den Modemacher Rudolph Moshammer besteht Glück "aus Glauben". Das sei für ihn das Wichtigste - "denn wer nicht glaubt, hat kein Heim".
Insgesamt 16 Prominente haben auf die "Frage des Monats" der bundesweiten Imagekampagne der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Mai geantwortet. Mit provokanten Fragen auf Anzeigen und Plakatwänden wollen die Protestanten "mit den Menschen über Sinnfragen des Lebens ins Gespräch kommen". "Martin Luther hat dazu den Buchdruck benutzt, wir benutzen heute die Medien", kommentiert Hannovers Bischöfin Margot Käßmann die Kampagne. Im April lautete die Frage "Ist der Mensch nur so viel wert, wie er verdient?", im Juni hieß es "Sind Fußballer unsere wahren Götter?"
Für den Vorsitzenden des Komitees Cap Anamur, Rupert Neudeck, bedeutet Glück, "wenn ich dem entsprechen kann, was das Gleichnis vom barmherzigen Samariter von mir verlangt: Allen denen helfen, die unter die Räuber gefallen sind, seien sie aus eigenem Antrieb oder unschuldig in diese Fänge geraten." Fernsehmoderatorin Amelie Fried meint: "Glück ist, mit dem zufrieden zu sein, was ist, und sich nicht nach dem zu sehnen, was nicht ist." Schauspielerin Hannelore Hoger empfindet es als Glück, "dass die Menschen, die ich lieb habe, leben und gesund sind, und dass der Flieder im Frühling immer noch so duftet wie in meiner Kindheit".
Für Schlagersänger Heino bedeutet Glück, "beim Anblick der seit Jahrzehnten geliebten Frau noch Schmetterlinge im Bauch zu haben". Liedermacherin Bettina Wegner meint: "Glück ist die Abwesenheit von Unglück, oder der flüchtige Moment, in dem man Liebe begreift. Oder der Augenblick, in welchem man zu Gott findet." Musik-Poet Heinz- Rudolf Kunze erlebt Glück "als eine sehr flüchtige, kurze Empfindung, nie festzuhalten, nie zu definieren. Man kann es sich weder erarbeiten noch erkämpfen. Es wird einem geschenkt - oder nicht."
Für die Evangelische Kirche ist die Kampagne, die noch bis Ende August dauern soll, schon jetzt ein Erfolg. "Die Gemeinden sind von der Aktion begeistert und steuern eigene Beiträge hinzu", sagt EKD- Sprecher Thomas Krüger. Eine Antwort auf den Plakaten zum Thema "Was ist Glück?" lautet: Erdbeerkuchen essen bei Oma. Also hätten einige Gemeinden Erdbeerkuchen-Nachmittage veranstaltet. "Glaubensgespräche werden durch Fragen ausgelöst", meint Bischöfin Käßmann. "Meine Lieblingsfrage lautet: "Wohin wollen Sie eigentlich?"
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