Keine Verletzten: Windhose tobt durch Osnabrücker Land
zuletzt aktualisiert: 02.10.2001 - 11:16Bad Laer/Hilter (rpo). Wenige Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm in Belm im Osnabrücker Land hat erneut eine Windhose in der Region für Verwüstung gesorgt. Der Minuten-Sturm habe am Montagabend in Bad Laer-Remsede und Hilter rund 50 Dächer beschädigt, Bäume umgestürzt sowie zahlreiche Gebäude beschädigt, teilte die Polizei am Dienstag mit.
Menschen seien nicht verletzt worden. Die Schäden der Windhose bezifferte die Polizei auf rund 200.000 Mark (102.258 Euro). Zudem seien noch zahlreiche Häuser durch eingedrungenes Regenwasser geschädigt worden.
Die Windhose bahnte sich der Polizei zufolge einen bis zu vier Kilometer langen Weg durch beide Orte. Vor allem sei die Lagerhalle eines Keramikunternehmens betroffen. Das etwa 100 Quadratmeter große Blechdach sei komplett abgedeckt worden. Einer Bäckerei in Remsede fehle nach dem Sturm das halbe Dach. Ein Getreidelager an der Hilterner Mühle sei ebenfalls abgedeckt worden.
Bereits Anfang August hatte eine Windhose in Belm Schäden von rund fünf Millionen Mark verursacht. Zwei Menschen wurden damals leicht verletzt. Der Wirbelsturm hatte im Sommer auf einer rund 50 Meter breiten und 600 Meter langen Schneise zahlreiche Dächer abgedeckt.
Auf Wetterwechsel zurückzuführen
Plötzlich auftretende Windhosen sind auf das Zusammenprallen kalter und warmer Luftmassen bei einem Wetterwechsel zurückzuführen. Während in Bodennähe noch warme Luftmassen vorherrschen, strömt in den oberen Luftschichten bereits kalte Luft ein. Dabei können lokale Wirbelwinde mit hohen Windgeschwindigkeiten entstehen. Aus der Unterfläche einer Gewitterwolke greift beim Zusammenprall der Luftmassen ein rüsselartiger Wolkenschlauch mit Drehbewegungen in Bodennähe herab.
Windhosen können auf Grund ihres zum Teil sekundenschnellen Entstehens oft nicht vorausgesagt werden. Die Wirbelwinde können einen Durchmesser von 20 bis zu 400 Metern haben und lösen sich in europäischen Breiten normalerweise in wenigen Minuten wieder auf. In den USA sind solche Tornados weit häufiger anzutreffen und richten durch ihre gewaltige Sogwirkung oft verheerende Schäden an. Jedoch haben auch in Deutschland Windhosen in der Vergangenheit schon Schäden in Millionenhöhe verursacht.
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