Schnee und eine Tote wegen Überflutungen: Wintereinbruch in Spanien
zuletzt aktualisiert: 10.06.2000 - 12:40Madrid/Barcelona/Offenbach (dpa). Knapp zwei Wochen vor dem kalendarischen Sommeranfang hat sich in Spanien der Winter zurückgemeldet. Während es in den Bergen vor Madrid in der Nacht zum Samstag schneite, lösten heftige Regenfälle in der nordöstlichen Region Katalonien Überschwemmungen aus.
Dabei sei eine ältere Frau ertrunken, meldete der Rundfunk.
Das Unwetter brachte westlich von Barcelona eine Autobahnbrücke zum Einsturz und löste Erdrutsche aus. Auch einige Bahnstrecken waren blockiert. In dem berühmten Montserrat-Kloster richteten die Wassermassen erhebliche Sachschäden an, hieß es weiter. In der Gegend um Tarragona stand das Wasser bis zu einen Meter hoch; viele Keller wurden überflutet.
Begleitet wurden die Unwetter nach der sommerlichen Hitze der vergangenen Tage von einem Temperatursturz von rund 20 Grad und starken Winden. Diese erreichten auf Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. Auch dort warnten die Meteorologen vor starken Regenfällen.
Deutschland: Zeichen stehen auf Sommer
In Deutschland stehen die Zeichen auf Sommer. An den Pfingsttagen lockt überwiegend schönes Wetter die Menschen ins Freibad, Eiscafe oder in den Biergarten. Nur für kurze Zeit trüben Wolken, Schauer oder Gewitter die Feiertagsstimmung. "Alle kriegen über Pfingsten mal was ab, aber nirgendwo ist es durchgehend schlecht", sagte Jens Hoffmann vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Samstag. Doch nahezu sicher ist: Die Schafkälte, eine häufig zwischen 12. und 14. Juni in Mitteleuropa auftretende Kälteperiode, kommt nicht.
Deutschland wird in den kommenden Tagen von zwei Tiefs in die Zange genommen. In Osteuropa liegt "Lydia", über dem westlichen Mittelmeer "Miriam". "Zwischen den beiden Damen liegt eine Tiefdruckzone mit schwül-warmer Luft auf der einen Seite und relativ kühler Luft auf der anderen", erklärt Hoffmann.
Schwül-warm ist es am Sonntag in der Niederlausitz sowie in Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg. Die Menschen in diesen Regionen müssen sich auf sonntägliche Schauer und Gewitter einstellen. "Da kann auch Hagel, fetter Platzregen oder eine stürmische Windböe dabei sein", sagte der Meteorologe. Die Temperaturen klettern auf schweißtreibende Werte zwischen 24 und 30 Grad. Deutlich kühler, aber dennoch warm ist es im östlichen Niedersachsen, in Rheinland-Pfalz und in Hessen. Dort erreicht das Quecksilber Werte zwischen 18 und 24 Grad bei wolkigem Himmel. Am Schönsten wird es ganz im Süden und ganz im Norden des Landes: Dort scheint die Sonne stark und Regen ist nicht in Sicht.
"Am Montag geht der Daumen von Petrus leicht nach oben", berichtet Hoffmann weiter. Fast im ganzen Land gibt es eine freundliche Mischung aus viel Sonne und wenigen Wolken. Nur südlich der Donau wird es nicht ganz so schön. "Die feuchte Luft hat sich am Montag bis zu den Bayern vorgearbeitet. Sie müssen sich mal einen kalten Tag gefallen lassen", sagt der Offenbacher Experte. Die Temperaturen erreichen an den Alpen nur 16, 17 Grad. Im Rhein-Main-Gebiet klettern die Werte dagegen bis auf 24 Grad.
Am Dienstag hat die Sonne wieder das ganze Land im Griff. Es ist überall freundlich, die Temperaturen steigen auf 24 Grad im Norden und 28 Grad im Süden. Ob das Traumwetter auch den Rest der Woche durchhält, ist noch unklar. "Die Vorhersagemodelle haben da eine Meinungsverschiedenheit", erklärt Hoffmann.
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