X-37B

US-Luftwaffe schießt Geheim-Flugzeug ins All

Die Luftwaffe der Vereinigten Staaten hat einen weiteren Testflug seiner Raumdrohne X-37B bekannt gegeben. Welchem Zweck der Gleiter eigentlich dienen soll, ist jedoch unbekannt. Überhaupt gibt sich das US-Militär die Drohne betreffend äußerst schweigsam. mehr

Professoren-Leben

Avicenna auf der Überholspur

Seit den 60er Jahren galt die katholische Arbeitertochter vom Lande als Inbegriff der Bildungsbenachteiligung. Inzwischen sind die Mädchen längst auf der Überholspur und in allen Bildungsbelangen den Jungs zum Teil weit voraus. Ob man Ähnliches dereinst vom Bildungsrückstand der Muslime sagen wird? Es sieht ganz danach aus. Auch die in Deutschland lebenden Muslime besinnen sich mehr und mehr darauf, dass in der frühen Blüte des Islam Wissenschaft, Kultur und Bildung einen hohen Stellenwert hatten. Dass Algebra ursprünglich ein arabisches Wort ist und vom arabischen Autor al-Khwarizimi im 9. Jahrhundert erfunden wurde, ist uns kaum geläufig. Dass auch die Erschließung der griechischen Philosophie und der medizinischen Heilkunde der Römer über muslimische arabische Gelehrte vermittelt wurde - wer weiß das heute noch? Wohl lesen wir häufiger , dass es ja kein Zufall sei, dass es keinen einzigen muslimischen Nobelpreisträger gebe. Wobei das nicht einmal richtig ist: 1979 erhielt der Pakistani Abdus Salam als erster Muslim den Nobelpreis für Physik. Dass religiöse Eiferer in Pakistan auf seinem Grabstein das Wort "Muslim" haben streichen lassen, weil er der falschen Glaubensrichtung angehört, steht auf einem anderen, unschönen Blatt. Von Heiner Barzmehr

Gelsenkirchen

NRW sucht nach Talenten aus Nichtakademiker-Familien

Talentscouts wollen sich künftig an sieben Uni-Standorten im Ruhrgebiet auf die Suche nach begabten Kindern aus Nicht-Akademikerfamilien machen. Damit sollen noch mehr Schüler für ein Studium gewonnen werden, die diese Chance sonst womöglich nicht ergriffen hätten, teilte das NRW-Wissenschaftsministerium mit. Neben dem Pilotprojekt an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen beteiligen sich künftig sechs weitere Hochschulen an dem Förderprogramm: Hochschule und Ruhr-Universität Bochum, Fachhochschule und Technische Universität Dortmund, Universität Duisburg-Essen sowie die Hochschule Ruhr-West. mehr

Rätsel Der Sphinx

Der Daumen-Arzt

Vor 75 Jahren starb ein großartiger Chirurg, der wie viele Schweizer von tiefer Gewissenhaftigkeit durchtränkt war. Er kümmerte sich um den menschlichen Körper als ein Ganzes; bei ihm gab es keine Unterscheidung in wichtige und unwichtige Organe und Gliedmaßen. Das schönste Beispiel seiner Offenheit für alle Formen anatomischer Veränderungen ist die Tatsache, dass mit seinem Namen jeder gelernte oder angehende Mediziner mehrfach zu tun hat - einmal wenn er sich mit dem Daumen, sodann wenn er sich mit der Schilddrüse beschäftigt. In unseren Tagen, da der SMS-Daumen beinahe ein eigenes Krankheitsgebiet darstellt, fällt der Name des Gesuchten in jeder handchirurgischen oder orthopädischen Sprechstunde häufig. Er selbst war bescheiden; er stammte aus dem Wallis und verbreitete in den Jahrzehnten, da er in Bern Medizin lehrte, keinen Pulverdampf. Renommee erwarb er sich durch Krankheiten, die er als Erster beschrieb. Zur Hilfe: Sein Vorname klingt deutsch, sein Nachname französisch. Sein Heimatkanton war und ist noch heute sprachlich geteilt. - Die Sphinx fragt: mehr

Professoren-Leben

Betrügerische Wissenschaft

Kaum hatte ich den Text meiner letzten Kolumne "Big data - big fake" beendet, in dem ich mir Sorgen angesichts des ins Gigantomanische abdriftenden Wissenschaftsbetriebs machte - schon erschüttert ein neuer Skandal die "scientific community". Ein Fachverlag für biomedizinische Forschung, neudeutsch "Lebenswissenschaften", hat 43 Veröffentlichungen zurückgezogen. "BioMed Central", so der Name des britischen Open-Access-Verlags, verdient sein Geld sozusagen in einem umgekehrten Geschäftsmodell: Während etablierte Wissenschaftsverlage wie Elsevier oder Springer (nicht zu verwechseln mit dem Verlag Axel Springer) durch astronomisch überhöhte Abopreise für wichtige Fachzeitschriften in die Kritik geraten sind, finanzieren sich Open-Access-Verlage wie BioMed Central, indem sie von den Autoren Gebühren verlangen. Damit das Ganze trotzdem nach Wissenschaft aussieht, werden eingereichte Arbeiten durch ein sogenanntes "Peer-Review-Verfahren" geschleust. Das heißt, Wissenschaftler, die selbst einschlägige Forschungsexpertise haben ("Peer" = Gleichrangiger), begutachten die vorgeschlagene Publikation und empfehlen die Annahme oder Ablehnung. Im Fall der nun von BioMed Central zurückgezogenen Studien besteht der dringende Verdacht, dass die vermeintlichen Peers entweder frei erfundene Personen waren - eine E-Mail-Adresse "dr.smith.biomed@cambridge.com" ist schließlich schnell erstellt - oder dass die Namen von real existierenden Wissenschaftlern ohne deren Wissen missbraucht wurden. Eine dritte Betrugsvariante besteht offenbar in der Etablierung von Gutachter-Kartellen, die sich gegenseitig grünes Licht für ihre Veröffentlichungen geben. Von Heiner Barzmehr

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