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Donald Trumps Flugzeuge im Vergleich
Air Force One vs. Trump Force One

Das Flugzeug von Donald Trump - goldene Armaturen, Leder, Holz
Das Flugzeug von Donald Trump - goldene Armaturen, Leder, Holz FOTO: rtr, JE
Düsseldorf. Mit dem Einzug ins Weiße Haus muss sich Donald Trump auf Reisen umgewöhnen: Statt per Privatjet wird er künftig mit der Air Force One um die Welt fliegen - jenem Jumbo, mit dem Barack Obama gestern in Berlin ankam. Was macht die Präsidentenmaschine so einmalig? Von Christoph Schroeter

Donald Trump war im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft der einzige Kandidat, der tatsächlich mit seinem eigenen Flieger unterwegs war, während die Konkurrenz auf gecharterte Maschinen zurückgriff.

Wie genau der Edeljet eingerichtet ist, gibt Trump in einem YouTube-Video preis: Bei der Maschine handelt es sich um eine Boeing 757, ein zweistrahliges Mittelstreckenflugzeug, dessen Produktion inzwischen eingestellt wurde. Nachdem er sie gekauft hatte, ließ Trump die Maschine offenbar aufwendig nach seinen Wünschen umbauen.

Willkommen in der "Trump Force One"

  • Innen dominieren edle Hölzer, Leder und feinste Stoffe. Als Linienflugzeug kann eine Boeing 757 rund 240 Passagiere befördern. Auf Reisen mit Trump ist deutlich mehr Platz, nur 43 Menschen können mitfliegen.
  • An Bord ist alles Gold, was glänzt: Die Wasserhähne in Trumps Privat-Badezimmer sind genauso mit 24-karätigem Gold verziert wie die Schnallen sämtlicher Anschnallgurte.
  • Es gibt einen Speisesaal für sechs Personen mit drei Ledersesseln und drei Plätzen auf einem Sofa, eine Lounge mit großem 57-Zoll-Entertainment-System, ebenfalls bestuhlt mit Ledersesseln und einem Sofa. Zur Unterhaltung sind rund 1000 Filme und 2500 Musikalben an Bord, man kann sie von allen Plätzen aus abrufen.
  • Für besondere Gäste gibt es eine eigene Kabine, ganz in Holz gestaltet. Zwei sich gegenüber stehende Sofas können zu einem Bett umgebaut werden. Trump hat natürlich seine eigene Kabine, mit einem Queen-Size-Bett, bezogen mit Seidenbettwäsche.
  • Angetrieben wird die 757 von zwei Rolls-Royce-Triebwerken. Klingt sehr passend für den künftigen US-Präsidenten, und manche Medien wollen wissen, dass er besonderen Wert auf dieses "Feature" gelegt habe - tatsächlich sind Rolls-Royce-Motoren allerdings üblich bei diesem Modell.  

Erstmals in Dienst gestellt wurde die "Trump Force One" dem Fachportal "airfleets.net" zufolge im Juni 1991 von der - mittlerweile insolventen - dänischen Fluggesellschaft Sterling Airlines. Im Juli 1994 ging die Maschine dann in den Besitz der mexikanischen Billig-Airline TAESA über. Auch diese Fluggesellschaft ging pleite.

Im Jahr darauf bekam das Flugzeug seinen ersten prominenten Besitzer. Microsoft-Mitbegründer Paul Allen kaufte die Boeing über seine Fluggesellschaft Vulcan Northwest. Fünfzehn Jahre lang nutzte der Milliardär die Maschine, bevor Trump sie 2011 kaufte.

So reist Obama mit der Air Force One FOTO: ap, JLM

Das bietet die echte Air Force One 

Angeblich 100 Millionen Dollar will Trump in die Maschine investiert haben. Mit dem Umstieg auf die Air Force One muss er dann zwar auf goldene Wasserhähne verzichten, fliegt dafür aber in einem 250 Millionen Euro teurem Flieger, der mit ein paar anderen Besonderheiten aufwarten kann:

  • Die Air Force One ist ein fliegendes Weißes Haus. Möglicherweise ist die umgebaute Boeing 747-200B mit der Typbezeichnung VC-25A sogar sicherer als der Amtssitz in Washington. Selbst die elektromagnetische Strahlung einer Atombombenexplosion kann die Elektronik der fliegenden Gefechtszentrale nicht lahmlegen.
  • Die Präsidentenmaschine ist mit dem modernsten Luftabwehrsystem ausgestattet und fliegt bei Angriffen angeblich selbsttätig Ausweichmanöver.
  • 70 Passagiere und 23 Crew-Mitglieder finden im Jumbo Platz - den Präsidenten begleiten neben Sicherheitsleuten und Beratern auch Ärzte und Köche.
  • Weil die Air Force One in der Luft betankt werden kann, hat sie praktisch eine unbegrenzte Reichweite.
  • Sollten die USA angegriffen werden, kann die Air Force One mit ihren hochsicheren Kommunikationssystemen als mobile Kommandozentrale dienen. Verbindung zu allen US-Stützpunkten und der Heimat sind möglich - sogar die Besatzungen von U-Booten oder Astronauten im All können erreicht werden.
  • An Bord ist eine voll ausgestattet Krankenstation, es können auch Operationen durchführt werden. Mindestens ein Arzt ist immer im Flugzeug.
  • 2000 tiefgekühlte Mahlzeiten sind an Bord, 100 Personen können zur gleichen Zeit essen.
  • Neben einer Präsidenten-Suite mit Schlafzimmer, Duschkabine und Videoraum gibt es einen Konferenzraum für acht Personen, mit Filmprojektoren und ausfahrbaren Wandlandkarten. 
  • Der Flieger wird bestens gewartet: Fast alle Funktionen werden jeden Tag auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews bei Washingtons überprüft - und zwei- bis dreimal im Jahr wird das Flugzeug komplett in seine Bestandteile zerlegt und inspiziert.
  • Für eventuelle Reparaturen fernab der Heimat steht fast auf jedem Flugplatz der westlichen Hemisphäre eine Not-Wartungsbasis zur Verfügung.
  • Die Air Force One gibt es zweimal.
     

Eine Fotostrecke zur Air Force One haben wir hier zusammengestellt. 

Obamas neuer Wahlkampf-Jet FOTO: AFP

Bilder zu Trumps Privatjet finden Sie hier. 

Hier geht es zum Video über Trumps Privatjet.

 

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