| 09.41 Uhr

Gütersloh
Zu häufige Arztbesuche bei Rückenschmerzen

Die zehn größten Rücken-Irrtümer
Die zehn größten Rücken-Irrtümer FOTO: shutterstock/ Sofi photo
Gütersloh. Wenn der Rücken schmerzt, reagieren Patienten und Ärzte häufig übertrieben. Betroffene gehen laut einer gestern veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung zu häufig zum Arzt; Ärzte verordnen zu oft und zu schnell Röntgen-, CT- oder MRT-Aufnahmen. Höchstens in 15 Prozent der Fälle lasse sich überhaupt eine spezifische Ursache für den Schmerz feststellen, teilte die Stiftung mit. Bei den übrigen Betroffenen besserten sich die Schmerzen ohnehin binnen weniger Tage oder Wochen.

Nach den Ergebnissen der Studie "Faktencheck Rücken" geht jeder fünfte gesetzlich Versicherte mindestens einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt, 27 Prozent davon sogar viermal und öfter. Jeder zweite Befragte sei überzeugt, dass man in solchen Fällen einen Mediziner aufsuchen müsse. 60 Prozent der Bevölkerung erwarteten zudem schnellstens eine "bildgebende Untersuchung" und glaubten, dass der Mediziner durch die Aufnahmen die genaue Ursache des Schmerzes findet.

Doch verbesserten die meisten Bilder weder die Diagnose noch die Behandlung. Die Ärzte weckten ihrerseits die falschen Erwartungen ihrer Patienten. Allein 2015 hätten die Mediziner über sechs Millionen Bildaufnahmen vom Rücken veranlasst. Deren Befunde würden oft "überbewertet", sagte der medizinische Experte für den Faktencheck, Jean-Francois Chenot von der Uni Greifswald.

(epd)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Bertelsmann-Studie: Zu häufige Arztbesuche bei Rückenschmerzen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.