Studenten-Leben

Das musst du doch wissen!

Gesellschaftswissenschaften lösen im Freundeskreis einen seltsamen Reflex aus. Hat man Germanistik studiert, erwarten Freunde zuweilen, dass man sich zu jeder Art von Literatur äußern, jedes Stilmittel bestimmen und jedes Fremdwort deklinieren kann. Als Geschichtsstudent muss ich mich zu jeder historischen Frage äußern können, die in geselliger Runde aufkommt. Wie hieß noch gleich der amerikanische Verteidigungsminister zu Zeiten des Kalten Krieges? Manchmal kann sich ein Ratespiel, das ursprünglich angeblich zu Unterhaltungszwecken erfunden wurde, zu einem echten Spießrutenlauf entwickeln. Getreu dem Motto: Oh, eine Geschichtsfrage - das musst du doch wissen! Von Ludwig Krausemehr

Kommentar: Nebenbei Bemerkt

Strenge Zeiten

Jeder Studierende sollte eine zweite Uni erlebt haben, das ziert den Lebenslauf. Mich, den Studien-Kölner, führte ein zweijähriges Intermezzo ins linke Bochum. Auf den Wänden warb der Marxistische Studentenbund Spartakus. In meinen Fächern Musikwissenschaft und Germanistik ging es um andere Dinge, etwa Bach, Tschaikowski und Gottfried von Straßburg. Benotet wurde streng, in Bochum herrschte der Geist des Nachfragens, unter Seminar-Arbeiten standen oft lange Kommentare der Professoren, das kannte ich nicht. Die Gebäude, Särge aus Glas und Beton, atmen die Anonymität der Stadtrandlange. Draußen auf dem Querenburger Acker konnte man zum Glück immer gut parken. w.g. mehr

Bochum

Tief im Westen: Ruhr-Uni Bochum feiert 50-jähriges Bestehen

Schön ist sie nicht, aber seit 50 Jahren ein Symbol für Aufbruch und Strukturwandel im Ruhrgebiet. Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat kürzlich in einem Festakt mit Bundespräsident Joachim Gauck, 1300 geladenen Gästen im Audimax und mehr als 100 000 Besuchern an Informationsständen im Freien Geburtstag gefeiert. Gauck lobte die RUB als "Motor des Wandels" in der Region. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sagte: "Eine Wissensschmiede hat die Stahlschmieden abgelöst." Die Gründung der Universität sei ein "soziales Versprechen" gewesen. Von Wolfgang Dahlmann und Jonas Mueller-Töwemehr

Düsseldorf

NRW: So wenige Habilitationen wie lange nicht

Die Zahl der Habilitationen ist an den nordrhein-westfälischen Hochschulen auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren gesunken. Nur noch 264 Akademiker erwarben 2014 die Hochschul-Lehrbefähigung, teilte das Statistische Landesamt mit. Das waren zehn Fälle und 3,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 2013 hatte die Zahl der neuen möglichen Kandidaten für eine Professur sogar um 6,2 Prozent abgenommen. Noch weniger Habilitationen als 2014 gab es der Statistik zufolge zuletzt im Jahr 1993 mit 253. Im Schnitt waren die Wissenschaftler, die 2014 die Habilitation absolvierten, knapp 40 Jahre alt. mehr

Erding

Neuer Studiengang Eventmanagement an drei Standorten

Die Hochschule für angewandtes Management beginnt zum Wintersemester 2015/2016 den neuen Studiengang Eventmanagement. Der Bachelor dauert sieben Semester und wird an den Standorten Erding, Berlin und Unna angeboten. Zu den Lernmodulen gehören Trends im Eventmanagement, Konzeption und Inszenierung von Veranstaltungen oder Eventmarketing. Absolventen sollen für Messedienstleister oder Konzertagenturen arbeiten können. Das Studium kostet 395 Euro pro Monat. Bewerbungsschluss ist der 10. September. mehr

Dozenten-Leben

Lausige Bewerbungen

Wenn Sie mal eine richtig schlechte Bewerbung schreiben möchten, müssen Sie dabei einiges beachten: Sie sollten unbedingt den Namen des potenziellen Arbeitgebers falsch schreiben, und geben Sie im "Betreff" einen ganz anderen Beruf als den gesuchten an. Ein zwei bis drei Jahre zurückliegendes Datum auf dem Lebenslauf ist auch schön und passt gut zu einem uralten Foto. Machen Sie blöde Fehler wie "mittelständig" statt "mittelständisch" oder "Exxel" statt "Excel". Kündigen Sie Ihre Bewerbung im Anhang an, schicken die Mail aber ohne Anhang los. Oder scannen Sie Ihre Zeugnisse kaum lesbar, am besten ab und zu eins auf dem Kopf stehend. Schicken Sie aber auf jeden Fall ganz alte und überflüssige Bescheinigungen mit, zum Beispiel über ein Praktikum im Tierheim in der 7. Klasse. Vergessen Sie Ihre Adresse; wozu soll der Arbeitgeber denn wissen, wo Sie wohnen. Und geben Sie Ihre Mobilnummer an, schalten dann aber die Mailbox ab. Im Lebenslauf erwähnen Sie zwar die bisherigen Arbeitgeber, hüten sich aber davor, ihre Tätigkeit genauer zu beschreiben. Soll der Leser doch mal raten, ob Sie im Controlling oder in der Telefonzentrale gesessen haben. Und wenn der Arbeitgeber sich dann immer noch nicht abschrecken lässt, können Sie ja zum Bewerbungsgespräch zu spät und schlampig gekleidet kommen. Von Karin Wilckemehr

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