Studenten-Leben

Elende Gleichmacherei

Fakultätskarrieretag, das klingt erst mal wichtig. Doch bisher fanden die Pavillons rund um die Uni, in denen sich Großkanzleien, Wirtschaftsprüfer und Co. an diesem Tag präsentieren, kaum Beachtung. Deshalb wollten die Veranstalter dieses Mal ein bisschen Wettkampf in die Sache bringen. Auf einer Facebookseite riefen sie Studenten auf, ihren Lebenslauf hochzuladen, die Besten sollten einen Gesprächstermin am Karrieretag bekommen. Und zu den Besten wollte natürlich jeder zählen, also schnell den Lebenslauf ins Netz stellen und dann angeben mit zehn, 15, 20 persönlichen Einladungen. Von Eva Böningmehr

Düsseldorf

Studenten klagen: Volle Vorlesungen und zu wenig Freiraum

Alles in allem haben die meisten Studenten an ihren Studienbedingungen wenig zu meckern: Fast zwei von drei (61 Prozent) sind unterm Strich zufrieden. Das zeigt eine repräsentative Online-Befragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Im Detail hakt es jedoch an vielen Stellen. So hat mehr als jeder dritte Student (36 Prozent) Schwierigkeiten, den Unterrichtsstoff pro Semester zu bewältigen. Um Wissenslücken aufzuarbeiten, fehlt jedem Dritten (33 Prozent) der Freiraum. mehr

Studenten-Leben

Rhetorik - eine lästige Pflicht

Rhetorikseminar an der Uni. Ich hab es mir nicht ausgesucht, das ist in fast allen Studiengängen mittlerweile Pflicht. Könnte zur Abwechslung ja auch mal ganz schön sein, mit Menschen aus anderen Fächern in Kontakt zu kommen. Die meisten sind pünktlich da, wir bilden erst mal einen Stuhlkreis. Die Dozentin hat sogar extra ein Plüschtier mitgebracht. Das wirft sie, und wer fängt, darf reden. Klar, dass die plattgekuschelte Katze erst mal in meinem Schoß landet. Hallo, ich bin Eva. Die Dozentin unterbricht. Ob jemandem etwas an meiner Körpersprache auffällt, will sie wissen. Meine Sitznachbarin meldet sich eifrig. Meine verschränkten Arme drücken Desinteresse aus. Psychologiestudentin. Ich sitze in der Uni mit einem Plüschtier auf dem Schoß - ja, ich bin desinteressiert. Hinter uns knallt die Tür. Sorry, hab verschlafen, murmelt der Forstwissenschaftler in Birkenstocksandalen. Ich frage, ob ich fünf Minuten früher gehen darf, ich muss einen Zug erreichen. Der Informatiker neben mir versucht sich an einem Witz. Das wären dann schon 25 der 20 Prozent von der Anwesenheitszeit, die ich abwesend sein dürfte. Unglaublich, dass alle um mich herum sämtlichen Klischees gerecht werden. Ich setze dem Informatiker auseinander, warum die fünf Minuten auf keinen Fall als Abwesenheitszeit zu werten sind, und argumentiere ihn an die Wand. Von Eva Böningmehr

Gütersloh

Institut: Deutsches Hochschulsystem ist nicht flexibel genug

Die Zahl der Studenten steigt, doch das Hochschulsystem ist nach Meinung von Experten zu wenig auf unterschiedliche Bildungsbiografien eingestellt. Der "klassische" Studententypus, zwischen 19 und 24 Jahre alt, kinderlos und im Vollzeitstudium, stelle nicht mehr die Mehrheit auf dem Campus, heißt es in einer Veröffentlichung des Gütersloher Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Heute studierten auch Handwerksmeister, alleinerziehende Mütter oder die Managerin im Fernstudium. mehr

Bonn/Schwerte

Soziales Engagement kann Studenten ein Stipendium sichern

Längst nicht jeder kann sein Studium selbst finanzieren. WG-Zimmer, Krankenversicherung, Mensa-Essen und das Bier mit den Kommilitonen - all das will bezahlt werden. Ein Nebenjob kostet Zeit, die dann beim Lernen fehlt. Und wer die Studienförderung Bafög bekommt, startet mit Schulden ins Berufsleben - schließlich muss die Hälfte als zinsloses Darlehen zurückgezahlt werden. Eine Lösung können Stipendien sein. Sie werden von parteinahen, kirchlichen und privaten Stiftungen vergeben, das Geld brauchen Stipendiaten nicht zurückzuzahlen. Von Johanna Hofmannmehr

Studenten-Leben

"Suche Spanierin, biete mich"

Mit großem Aufwand hat unsere Uni in jüngster Zeit ihre regelmäßigen Tandem-Vermittlungen beworben. Eine Veranstaltung, auf der der Sprachbegeisterte mit einem Austauschstudenten einige Treffen vereinbaren kann, um sich mit ihm abwechselnd in seiner Muttersprache und auf Deutsch zu unterhalten. Und plötzlich redete jeder über diese vermeintlichen Info-Nachmittage, bis ich beschloss, dass ich mir das auch einmal anschauen sollte. Also hin zum nächsten "Infotag": Ein Organisator kommt strahlend auf mich zu und hängt ein Schild um meinen Hals. Von Eva Böningmehr

Frankfurt/M.

Writing Fellows helfen Studenten beim Schreiben

Wie fange ich einen Essay an? Wie formuliere ich wissenschaftlich? Bei dieser Frage können hilfsbedürftigen Studenten speziell geschulte Writing Fellows weiterhelfen. "Das sind ebenfalls Studenten, die versuchen, eine Brücke zwischen Dozent und Studierenden zu schlagen", erklärt Stephanie Dreyfürst. Sie ist Leiterin des Schreibzentrums an der Universität Frankfurt am Main und verantwortlich für das dortige Fellow-Programm. Der Writing Fellow begleitet Studenten in ausgewählten Seminaren ein Semester lang, gibt ihnen kleinere Schreibaufgaben und ein individuelles Feedback. Er arbeitet dabei eng mit dem Seminarleiter zusammen. mehr

Studenten-Leben

Von den Bürokraten lernen

Im besten Fall sind die Inhalte des universitären Lehrplans nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch auf das Berufsleben anwendbar. Bei Studiengängen der Naturwissenschaften oder Betriebswirtschaft kommt das wohl häufiger vor, bei Geisteswissenschaften, in meinem Fall Geschichte, eher selten. Vor allem, wenn man später fachfremd arbeiten möchte - in den Medien, im Archiv oder Verlagswesen etwa. Den Pädagogen-Klassiker "Das lernen Sie nicht für die Universität, das lernen Sie fürs Leben" bekommt man jedoch auch dort gelegentlich zu hören. Von Ludwig Krausemehr

Multimedia-Strip Wissen