Studentenleben

Studieren in der Erasmusblase

Sie wirken fast wie Erstsemester, nur dass sie noch ein bisschen hilfloser durch die Flure der Uni in Lyon tapsen. Französisch sprechen sie kaum,welche Kurse sie brauchen, wissen sie auch nicht, aber ein Ziel haben sie trotzdem fest vor Augen: Sie wollen auf keinen Fall in die Erasmusblase. Dabei geht es ihnen natürlich nicht um das Organ eines gewissen Herrn von Rotterdam, sondern um ein unter uns Austauschstudenten verpöntes Phänomen: Das Leben in einer Parallelgesellschaft mit nur englisch sprechenden Freunden aus aller Welt aber ohne wirkliche Kontakte zu den Einheimischen. Von Eva Böningmehr

Osnabrück

Zahl der Islam-Studenten nimmt zu

Die Zahl der Studierenden im Fach Islamische Theologie an der Universität Osnabrück ist im laufenden Wintersemester deutlich gestiegen. Insgesamt verzeichnet das Institut für Islamische Theologie 328 Immatrikulierte und damit 76 mehr als Wintersemester 2014/15, wie die Universität mitteilte. Erstmals wird ein Master-Studiengang angeboten, der mit 47 Studierenden startete. Mittlerweile lehren nach den Angaben sechs Professoren in Osnabrück Islamische Theologie und damit zwei mehr als im Jahr 2014. Neben den Studienzielen Bachelor, Master oder Lehramt bietet das Institut auch Weiterbildungskurse für Imame und Seelsorge-Personal an. mehr

Professoren-Leben

Brennholz als Gehalt

Nach Abschluss meines Studiums hatte ich zur Finanzierung meiner Doktorarbeit auf dem Heidelberger Schloss als Fremdenführer gearbeitet. Eigentlich ein toller Job, weil ich mich dadurch erstmals intensiver mit Architekturgeschichte, mit europäischer Geschichte und natürlich mit Geistesgeschichte befassen konnte. Als sich 1986 die Gründung der Universität Heidelberg zum 600. Mal jährte, fasste ich den Plan, die Universitätsgeschichte aufzuarbeiten. Schnell war ein renommierter Verlag gefunden. mehr

Bildung

Vermittler zwischen den Kulturen

Vor zehn Jahren kam der Syrer Mussa Sido nach Deutschland, um Mathematik zu studieren. Er erhoffte sich in Europa ein besseres Leben mit finanzieller Sicherheit. Dafür verkaufte sein Vater sogar ein Stück Land in der Heimat. In Deutschland angekommen, begann eine sehr harte Zeit für den 34-Jährigen: Geschockt von der Kultur und der schweren Sprache, wandte er sich an die Integrationshilfe. Die allerdings kümmerte sich nur um Flüchtlinge – Mussa Sido war Student. Heute spricht Sido nahezu perfekt Deutsch, so gut, dass er inzwischen am Leonardo-da-Vinci Gymnasium in Köln unterrichtet. Sein Migrationshintergrund hilft ihm täglich bei der Arbeit, zum Beispiel als Vermittler zwischen den Kulturen. „Damit die Kinder nicht Angst voreinander haben“, sagt er. Niemand sollte Angst vor anderen Kulturen haben, findet der 34-Jährige. Er ist enttäuscht, dass alle Flüchtlinge als Bedrohung gesehen werden – in Bezug auf die Silvesternacht in Köln spreche niemand mehr über die Frauen, die belästigt und missbraucht wurden. Es gehe nur noch um die Herkunft der Täter. Für die fordert Mussa Sido harte Strafen, von Ausweisung hält er nicht viel. Die Täter würden einfach in anderen Ländern weitermachen, im schlimmsten Fall sogar radikalisiert werden. mehr

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